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Fußbodenheizung: Betrieb, Kosten und Tipps

Fußboden­­heizungen sind heutzutage eine gern verwendete Heizlösung im Neubau. Doch auch bei energetischen Sanierungen können Flächenheizungen punkten. Sie werden mit niedrigen Temperaturen betrieben und sind in Kombination mit Wärmepumpen oder Brennwertkesseln derzeit förderfähig mit bis zu 45 Prozent staatlichen Zuschüssen.

Wie groß ist das Sparpotenzial bei Ihrer Heizung?

Für eilige Leser*innen: Wie viel Energie verbraucht Ihr Gebäude? Wie können Sie Heizkosten sparen? Machen Sie unseren HeizCheck und finden Sie es heraus.

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Fußbodenheizungen entweder mit Warmwasser oder Strom betrieben
  • Warmwassersysteme besonders gut mit Wärmepumpen kombinierbar
  • elektrische Fußbodenheizungen im Betrieb schnell sehr teuer mit hohen CO2-Emmissionen
  • träge regulierbar, daher ungeeignet für schnelle Temperaturanpassungen
  • allergikerfreundlich, da keine Luftverwirbelung wie bei Heizkörpern

Fußbodenheizungen sind im Neubau-Bereich derzeit auf dem Vormarsch. Vor allem bei energetisch nachhaltigem Neubau können Flächenheizungen punkten. Fußbodenheizungen werden mit niedrigen Temperaturen betrieben und bieten bei richtiger Umsetzung Energiesparpotenzial. In Kombination mit Wärmepumpen oder Brennwertkesseln sind sie derzeit mit bis zu 45 Prozent staatlichen Zuschüssen förderfähig.

Was ist eine Fußbodenheizung?

Eine Fußboden­heizung ist eine Flächen­heizung, die als Rohr- oder Leitungs­system unterhalb des Bodenbelags verlegt wird. Unterschieden werden Warmwasser­heizsysteme und elektrische Fußboden­heizungen. Warmwasser-Fußboden­heizungen können mit Wärmepumpen und Brennwert­kesseln betrieben werden. Elektrische Fußboden­heizungen nutzen Strom, weshalb ihre Betriebs­kosten deutlich höher ausfallen. Je nach Quelle des verwendeten Stroms gehen sie mit erheblichen CO2-Emissionen einher – erneuerbare Energien machen derzeit nur 46 Prozent des deutschen Strom­marktes aus.

Wie funktioniert eine (moderne) Fußbodenheizung?

Bei Warmwasserheizsystemen, auch wasserführende Fußboden­heizungen genannt, wird die Wärme über das Heizwasser transportiert. Elektrische Fußboden­heizungen wandeln Strom in Wärme­energie um.

Über den Estrich und den Bodenbelag wird die Wärme in den Raum abgegeben. Es entsteht ein gleichmäßiges und angenehmes Raumklima, das lange anhält. Denn der Estrich gibt auch dann noch Wärme ab, wenn die Heizung bereits ausgeschaltet ist.

Die Wärme wird haupt­sächlich als Wärme­strahlung über die gesamte Boden­fläche abgegeben. Daher erleben wir die gewünschte Wohlfühl­temperatur im Raum um bis zu zwei Grad Celsius früher als bei herkömmlichen Heizkörpern. So lassen sich ohne Einbußen der Wohn­qualität die Energie­kosten erheblich senken. Laut Verbraucher­zentrale spart jedes Grad weniger beim Heizen etwa sechs Prozent des Verbrauchs, wodurch sich unter den richtigen Bedingungen um die zehn Prozent einsparen lassen.

Die Geschichte der Fußbodenheizungen

Das Prinzip einer Fußbodenheizung haben die Römer schon vor mehr als 2000 Jahren gekannt und genutzt. Statt auf Wasser setzten sie als Wärmequelle auf heiße Luft. Der Bodenbelag bestand meist aus Estrich und kunstvollen Mosaiken. Darunter befanden sich Heizräume, in denen Holz verfeuert wurde. Die warme Luft breitete sich unter dem Bodenbelag aus. So konnten die Römer schon lange vor uns barfuß durch ihre Thermen spazieren. Ein Irrglaube ist allerdings, dass die Römer die Fußbodenheizung erfunden hätten. Im asiatischen Raum war das als Ondol (koreanisch für „warmer Stein“) bezeichnete Fußbodenheizkonzept schon etwa 5000 vor Christus eine der gängigen Installationen. Wiederentdeckt wurde die Idee bei uns erst in den 1980ern.

Wie ist eine Fußbodenheizung aufgebaut?

Der Aufbau der Fußbodenheizung bedingt es, dass der Boden einen bestimmten Mindestraum vorhalten muss. Der erste Knackpunkt bei der Frage, ob sich eine Fußbodenheizung für eine Immobilie eignet, ist die verfügbare Höhe des Fußbodens.

Im Neubau ist das kein Problem. Bei Fußbodenheizungen im Altbau hingegen muss geprüft werden, ob die benötigte Aufbauhöhe mit der vorhandenen Substanz überhaupt umsetzbar ist. Müssen Türschwellen und Treppen angepasst werden? Dann steigen die Kosten schnell an. Wird die Heizung in eine Holzbalkendecke gelegt, muss geprüft werden, ob das nicht zu schwer ist.

Der Aufbau einer Fußbodenheizung vom Beton bis zum Bodenbelag ist je nach gewähltem System meist zwischen 10 und 90 Millimeter hoch. Daher ist es essenziell, vorher zu prüfen, wie viel Raum vorhanden ist und wie aufwendig es wird, eine Fußbodenheizung nachzurüsten oder neu einzubauen.

Schichten einer Fußbodenheizung

Aus diesen drei Schichten ergibt sich die Aufbauhöhe der Fußboden­heizung:

  • Nutzschicht: Bodenbelag
  • Zwischenschicht: Unterboden­konstruktion mit der eigentlichen Fußboden­heizung
  • Tragschicht: Rohbetondecke oder Betonuntergrund

In der Zwischenschicht liegen im oder unter dem Estrich die Heizungs­rohre. Es handelt sich dabei meist um Kunststoff­rohre aus sauerstoff­dichtem und daher langlebigem Polyethylen, seltener um Kupfe­rrohre. Unter den Heiz­elementen befinden sich in der Zwischen­schicht die Wärmeisolierung und gegebenenfalls die Trittschall­dämmung sowie eine Abdeckung zum Schutz der Dämmschicht.

Nicht im Boden verbaut sind der Heizkreis­verteiler, der Stellantrieb, die Temperatur­sensoren und das Raum­thermostat.

Fußbodenheizung verlegen

Bifilare Verlegung einer Fußbodenheizung

Bei Heizspiralen, der Bifilarform, werden die Heizrohre spiral- oder schneckenförmig erst von den Wänden zur Raummitte und wieder zu den Wänden verlegt. Dabei werden Vor- und Rücklauf parallel installiert. Dadurch erwärmt sich das Zimmer gleichmäßiger, was sich vor allem bei großen Räumen auszahlt.

Mäanderförmige Verlegung einer Fußbodenheizung

Bei der Schlangen- oder Mäanderform werden die Heizrohre über die gesamte Raumbreite/-länge in Bahnen ausgebreitet. Diese Art, Fußbodenheizungen zu verlegen, eignet sich für kleine Zimmer oder Schlafzimmer – Räume, in denen wenig Heizleistung nötig ist. Bei dieser Verlegungsart nimmt die Wärmeabgabe mit der Entfernung von der Wärmequelle ab, was bei großen Räumen deutlicher spürbar ist.

Modulare Verlegung einer Fußbodenheizung

Die modulare Verlegung kombiniert die Vorteile beider Ansätze. Zusätzlich werden die Abstände der Heizrohre variiert, um die Heizleistung dem tatsächlichen Wärmebedarf eines Raums anzupassen. In der Regel wird der Vorlauf entlang der Außenwand, Türen und Fenster installiert – den kältesten Stellen im Raum.

Heizkreisverteiler der Fußbodenheizung

Der Heizkreisverteiler ist die zentrale Verwaltung der Fußbodenheizung, an der alle Kreisläufe zusammenlaufen. Bis zu zwölf Anschlüsse sind üblicherweise möglich. Er wird bestenfalls direkt auf der Etage installiert, auf der sich die Heizung oder Heizungen befinden. Wenn möglich, ist er mittig im Gebäude aufgestellt – als Kasten an der Wand oder als Unterputzlösung, damit alle Räume auf möglichst kurzem Weg angeschlossen werden können.

Die Anschlüsse des Heizkreisverteilers werden über hydraulische Ventile geregelt. Von hier wird das erwärmte Wasser auf die Heizkreise verteilt und der abgekühlte Rücklauf kommt zurück. Temperatursensoren oder Raumthermostate stellen fest, ob der Soll-Temperaturwert erreicht ist oder um wie viel der Soll-Wert vom Ist-Wert abweicht. Der Stellantrieb reguliert die Ventile, um den Soll-Wert zu erreichen.

Anzahl der Heizkreise

Wie viele Heizkreise für ein Gebäude benötigt werden, hängt von der zu beheizenden Fläche ab. Die vom Hersteller vorgegebene maximale Rohrlänge pro Heizkreis sollte nicht überschritten werden, damit die Heizung effizient arbeiten kann. Oft wird sie mit 100 Metern angegeben. Um sicher zu gehen, sollten Sie die Berechnung aber einem Fachbetrieb überlassen.

Vorlauftemperatur einer Fußbodenheizung

Die Vorlauftemperatur der Fußbodenheizung ist mit circa 30 bis 35 Grad Celsius vergleichsweise niedrig. Bei einer klassischen Heizung liegt sie oftmals bei über 50 Grad Celsius. Fußbodenheizungen müssen große Flächen erwärmen und brauchen dafür vergleichsweise lange. Dass sie träge reagieren, ist bei Fußbodenheizungen systembedingt und Grund für die geringe Vorlauftemperatur. Als Vorlauf wird die Heizleitung bezeichnet, die vom Heizkreisverteiler zur Fußbodenheizung führt. Unter Rücklauf versteht man die Leitung, die zum Verteiler zurückführt.

Wie lange braucht eine Fußbodenheizung, um warm zu werden?

Das warme Wasser der Wärmequelle braucht je nach Raumgröße eine gewisse Zeit, bis es die gesamte Strecke der Heizungsrohre durch den Raum zurückgelegt hat. Einfach gesagt: Je größer der Raum und je länger die Heizungsrohre, desto länger braucht das Wasser, um den gesamten Raum zu durchdringen und dann auch zu erwärmen.

Eine Faustregel: Das Aufheizen kann je nach Raumgröße etwa drei Stunden in Anspruch nehmen, das Abkühlen dauert ähnlich lange. Das kann problematisch werden. Weil die Fußbodenheizung so langsam abkühlt, kann der Raum auch schnell überwärmen. Das mindert die Effizienz der Heizung. Eine zu niedrig eingestellte Vorlauftemperatur kann dagegen zum Auskühlen des Raumes führen. Mit vorausschauendem Heizen oder dem automatischen Nutzen von Wettervorhersagen lässt sich das Überwärmen allerdings vermeiden.

Elektrische Fußbodenheizungen werden schneller warm

Elektrische Fußbodenheizungen leiten Strom statt Wasser durch ihre Leitungen und reagieren schneller. Dafür sind die Kosten für den Strom meist wesentlich höher. Ein weiterer Minuspunkt: Der Strom in Deutschland stammt nur zu 40 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen. Elektrische Heizsysteme gehen deshalb mit hohen CO2-Emmissionen einher.

Welche Fußbodenheizungen gibt es?

Bei Flächenheizungen für den Boden werden zwei Systeme unterschieden:

Warmwasser-FußbodenheizungenElektrische Fußbodenheizungen
  • Nasssysteme
  • Trockensysteme

Bei Warmwasser-Fußbodenheizungen werden die Heizrohre entweder in den Estrich (Nasssystem) oder in die Dämmschicht (Trockensystem) des Fußbodens eingelassen. Warmwasser-Fußbodenheizungen werden an den eigentlichen Heizkreislauf des Hauses angeschlossen. Es genügt eine niedrige Temperatur des Heizwassers von etwa 30 bis 35 Grad Celsius, was zu niedrigeren Betriebskosten im Vergleich zu Heizkörpern führen kann. Vorausgesetzt, die Fußbodenheizung ist optimal eingestellt und es kommt nicht zu einer Überwärmung. Bei häufiger Überwärmung sind ähnlich hohe oder höhere Betriebskosten möglich.

Elektrische Fußbodenheizungen haben keine Heizrohre. Sie bestehen aus in Matten oder Folien eingearbeiteten Heizleitern. Sie nutzen Strom, der in Wärmeenergie umgewandelt wird.

Nasssysteme bei wasserführenden Fußbodenheizungen

Die Heizungsrohre nass verlegter Fußbodenheizungen werden getackert, geklammert oder in Noppenplatten verlegt und anschließend in flüssigem Estrich eingeschlossen.

Wird das Heizungs­rohr direkt in den Estrich verlegt, spricht man von einem Nass­system. Auf diese Art werden Fuß­boden­heizungen vor allem bei Neu­bauten verlegt oder in Sanierungs­fällen, bei denen sowieso der gesamte Estrich erneuert werden muss. Die Heizungs­rohre werden oberhalb der Dämmung einge­bracht und an­schließend in flüssigem Estrich für Fuß­boden­heizungen einge­schlossen.

Dabei gibt es ver­schiedene Möglich­keiten, um zu verhindern, dass die Rohre beim Gießen des Estrichs ver­rutschen. Die Rohre werden …

Die Heizungsrohre nass verlegter Fußbodenheizungen werden getackert, geklammert oder in Noppenplatten verlegt.

  • auf einer Kunststoff­noppen­platte verlegt,
  • auf Klemm­schienen aus Stahl oder Kunststoff auf­gebracht,

Die Heizungsrohre nass verlegter Fußbodenheizungen werden getackert, geklammert oder in Noppenplatten verlegt.

  • mit Klammern auf eine Stahl­träger­matte getackert,
  • in eine Stahlwaben­platte ein­gewoben oder
  • mit Klettband auf einer Fließ­träger­matte stabilisiert.

 

 

 

Nasssystem Fußbodenheizung: Vorteile und Nachteile

Vorteile des Nasssystems: Nachteile des Nasssystems:
+ gute Wärmeübertragung und Speicherung− nur bei Neubauten wirklich sinnvoll

Trockensysteme bei wasserführenden Fußbodenheizungen

Bei Fußbodenheizungen im Trockenbau werden die Heizrohre oberhalb des Estrichs in die Dämmschicht eingebracht. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Das Rohrsystem kann mit Nuten und Wärmeleitlamellen befestigt werden.
  • Alternativ werden vorgefräste Platten aus Trockenestrich für Fußbodenheizungen verwendet. In die fügt sich das Heizsystem ein.

Heizungsbetriebe setzen besonders im Altbau und bei Sanierungen auf Fußbodenheizungen im Trockenbau, da sie weniger Kosten und Aufwand verursachen.

Vorteile des Trockensystems: Nachteile des Trockensystems:
+ geringerer Aufwand− Trocken­estrich­platten müssen zurecht­geschnitten werden, aufwendiger bei unge­wöhnlich geschnittenen Räumen
+ sind mit einer minimalen Aufbau­höhe von 15 Millimetern möglich− Wärmeüber­tragung an Estrich weniger effizient als beim Nass­system, daher schlechterer Wärme­speicher
+ auch mit aufgelegtem Boden­belag umsetzbar (Estrichziegel, Fliesen, schwimmendes Parkett und Laminat)
+ weniger Gewicht, daher besser geeignet für Alt­bauten mit begrenzter Tragkraft

Elektrische Fußbodenheizungen

Elektrische Fußboden­heizungen bestehen aus Heizmatten oder Heiz­folien, die wie ein Teppich auf dem Estrich ausgerollt werden. Der Boden­belag kann direkt darauf auf­gebracht werden. Sie wandeln, wie der Name sagt, elektrische Energie in Wärme­energie um und geben sie an den Boden ab.

Lange galten elektrische Fußboden­heizungen als nicht kompatibel mit Holz­böden und Laminat. Grund dafür ist, dass die Heiz­leitungen direkt unter dem Belag liegen, der zu heiß werden kann. Heizmatten­systeme erlauben aber auch das, wenn sie schwimmend verlegt werden. Das bedeutet, dass keine direkte Ver­bindung zur Wand und zu tragenden Decken vor­handen ist. Die Watt­leistung der Heizung sollte beim Einsatz unter Holz­böden und Laminat möglichst niedrig sein und nicht über 140 W/m2 liegen.

Elektrische Fußbodenheizungen im Altbau

Im Altbau punkten elektrische Fußboden­heizungen durch ihre geringe Aufbau­höhe. Sie eignen sich, wenn Sie eine Fußboden­heizung nach­rüsten wollen. Doch gerade bei sanierungs­bedürftigen Substanzen steigert der Einsatz einer strom­betriebenen Heizung die Strom­kosten erheblich. Darüber hinaus gehen sie mit sehr hohen CO2-Emmisionen einher und sind wenig effizient. Elektrische Fußboden­heizungen nach­zurüsten bietet sich daher nur in Ausnahme­fällen für kleine Räume wie Bade­zimmer an.

Elektrische Fußbodenheizungen in Niedrigenergiehäusern

Ihre Stärke spielen elektrische Fußboden­heizungen in hochgedämmten Niedrig­energie­häusern aus. Bei guter Dämmung kann mitunter sogar die gesamte Heizlast durch elektrische Fußboden­heizungen gedeckt werden. Für Haus­besitzer*innen, die ihren Strom über Photo­voltaik produzieren, kann es unter Umständen reizvoll sein, elektrische Fußboden­heizungen zu verlegen. Denn damit sind sie zum Teil unab­hängig vom Strompreis.

Elektrische Fußbodenheizung als Teilspeicherheizung

Neben der Beheizung mit geringer Speicher­kapazität gibt es die elektrische Flächen­heizung auch in einer Speicher­variante. Dabei wird die elektrische Fußboden­heizung unter dem Estrich verlegt und erwärmt diesen. Die Wärme wird dann zeit­versetzt gleich­mäßig über den Estrich abgegeben. So kann beispiels­weise Nacht­strom genutzt werden, um die Fußboden­heizung zu betreiben. Der Estrich gibt dabei so lange Wärme an den darüber liegenden Raum ab, bis seine Temperatur nicht mehr über der des Raumes liegt. Da sich diese Nutzungs­form kaum regulieren lässt, lohnt sich diese Form der Fußboden­heizung aber in den seltensten Fällen.

Elektrischen Fußbodenheizungen: Vorteile und Nachteile

Vorteile:Nachteile:
+ sehr dünn− höhere Betriebs­kosten als andere Fußboden­heizungen
+ wird unab­hängig von der restlichen Heiz­anlage installiert und betrieben− mehr CO2-Emmisionen durch Strom­betrieb
+ lässt sich einfach nach­rüsten− eignet sich weniger für große Räume

Effizienz der verschiedenen Fußbodenheizungen

Der Bundes­verband Flächen­heizungen und Flächen­kühlungen (BVF) beauftragte 2019 eine Studie zum Thema „Energetische Effizienz und Wirtschaft­lichkeit der elektrischen Direkt­heizung“ beim Institut für Technische Gebäude­ausrüstung Dresden. Diese Studie zeigt, dass in einem Niedrig­energie­gebäude (Neubau) Flächen­heizungen in Kombination mit Wärme­pumpen und Photo­voltaik die höchste energetische Effizienz erreichen. Wasser­basierte Flächen­heizungen schneiden am besten ab. Doch bei hoch­wärme­gedämmten Neubauten können auch elektrische Flächen­heizungen eine Alternative sein, weil ihre Investitions­kosten niedriger ausfallen. Den geringen Anschaffungs­kosten für eine elektrische Fußboden­heizung stehen aber die hohen Strom­kosten für dieses System gegenüber.

Fußbodenheizungen im Vergleich

SystemVorteileNachteile
Warmwasser- Fußboden­heizungen
  • Nasssysteme: Fußboden­heizung im Estrich
  • gute Wärme­übertragung und Speicherung
  • hoher Verlegungs­aufwand, daher nur bei Neu­bauten oder umfang­reichen Sanierungen wirklich sinnvoll
  • durchschnitt­lich 92 mm Aufbau­höhe (davon ca. 17 mm Heiz­rohre)
  • Trockensysteme: Fußboden­heizung und Trocken­bau
  • geringerer Aufwand
  • mit einer minimalen Aufbau­höhe von 15 mm möglich (durchschnittlich 50 mm)
  • auch mit aufgelegtem Boden­belag wie bei Estrich­ziegeln, Fliesen, schwimmendem Parkett und Laminat umsetzbar
  • Trockenestrich­platten müssen zurecht­geschnitten werden, aufwendiger bei unge­wöhnlich geschnittenen Räumen
  • Wärme­übertragung an Estrich weniger effizient als bei Nass­system, daher schlechterer Wärme­speicher
elektrische Fußboden­heizungen
  • sehr dünn, weniger als 10 mm Aufbau­höhe
  • unabhängig von restlicher Heiz­anlage installiert und betrieben
  • für nachträg­lichen Einbau geeignet
  • benötigen wesentlich kürzere Vorlauf­zeiten
  • keine Gefahr von Wasser­lecks
  • höhere Betriebs­kosten als andere Fußboden­heizungen
  • hohe CO2-Emissionen
  • eignen sich weniger für große Räume 

Welcher Bodenbelag eignet sich für Fußbodenheizungen?

Prinzipiell gilt: Ob Keramik­fliesen, Natursteine, Laminat, Parkett, Kork, Linoleum, Platten, Beton, Textilien oder PVC – fast jeder Boden­belag ist auch mit einer Fußboden­heizung kombinierbar. Allerdings muss das Material des Fußbodens vom Hersteller für die Verwendung mit einer Fußboden­heizung freigegeben sein.

Achtung: Nicht jeder Belag, der für Warmwasser­fußboden­heizungen geeignet ist, ist auch für elektrische Fußboden­heizungen zu empfehlen. Der Indikator, auf den Sie dabei achten müssen, ist der Wärme­durchlass­widerstand.

Was ist der Wärmedurchlasswiderstand?

Der Wärmedurchlass­widerstand R steht für den Widerstand, den der Wärme­strom beim Durchdringen eines homogenen Materials pro Quadrat­meter über­winden muss. So wird er berechnet: Die Dicke des Boden­belags wird durch die Wärme­leitfähig­keit des Materials des Boden­belags geteilt.

Je niedriger der Wert R ist, umso besser wandert die Wärme der Fußboden­heizung durch das verwendete Material in den Raum. Je höher der Wert ist, umso besser sind die Dämm­eigen­schaften des Bauteils. Der Wert zeigt also an, wie stark das Bauteil dem Wärme­durchfluss widersteht.

Für die Installation einer Fußboden­heizung darf der Wärme­durchlass­widerstand von 0,15 m²K/W (Quadrat­meter mal Kelvin durch Watt) nicht überschritten werden. Allerdings muss zum R-Wert des Belags der Wert des jeweiligen Estrichs oberhalb der Heizrohre hinzu­gerechnet werden.

Naturstein und Keramikfliesen

R > 0,014 m²K/W

Natursteinböden und Boden­beläge aus Keramikfliesen sind die Klassiker für Fußboden­heizungen. Gerade Natursteine leiten die Wärme sehr gut.

  • Fliesen mit einer Stärke von 13 Millimetern kommen auf einen Wärme­durchlass­widerstand von 0,012 m²K/W.
  • Marmor, der meist um einiges dicker ist, erreicht einen R-Wert von 0,014 m²K/W.

Beide Materialien werden deshalb – und für ihren optischen Effekt – sehr gern im Bad oder in Winter­gärten verlegt.

Laminat

R = 0,044 m²K/W

bei neun Millimeter dickem Laminat. Es ist damit weniger als Stein oder Keramik geeignet. Darüber hinaus reagiert Laminat empfindlich auf hohe Temperaturen und Feuchtig­keit: Eine Vorlauf­temperatur von 29 Grad Celsius sollte nicht überschritten werden. Außerdem muss der Heizestrich vor dem Verlegen des Laminats aus­getrocknet sein und darf nur sehr wenig Feuchtigkeit abgeben.

Parkett und Holzboden

R = 0,1 bis 0,15 m²K/W je nach Holzart

Für Fußboden­heizungen eignen sich vor allem Holzarten mit höherer Wärme­leitfähigkeit als Eiche oder Nussbaum. Wer sich für Parkett auf der Fußboden­heizung entscheidet, muss allerdings bedenken, dass Holz arbeitet. Es dehnt sich unter Wärme aus. Kleinteilige Muster bieten sich an, um Risse, Fugenbildung und durch die Wärme verursachte Schäden zu vermeiden.

Teppich

R = 0,12 m²K/W (bei etwa 4,5 Millimeter starken Synthetik-Teppichböden)

Auch Teppich­boden ist durchaus nutzbar mit einer Fußboden­heizung. Achten Sie auf die entsprechenden Hersteller­angaben. Für die Kombination Fußboden­heizung und Teppich darf die Vorlauf­temperatur des Systems nicht zu hoch sein. Empfohlen werden Vorlauf­temperaturen zwischen 26 und 29 Grad Celsius, um dem Teppich­material nicht zu schaden.

Teppichböden können sowohl lose als auch fest verklebt verlegt werden. Bei lose verlegten Böden können sich Luft­einschlüsse bilden, die die Dämm­wirkung erhöhen und damit die Leistung der Fußboden­heizung schmälern.

Welche Dämmung kommt für Fußbodenheizungen infrage?

Mit einer professionell gedämmten Fußboden­heizung lässt sich der Energie­verbrauch senken. Ohne oder mit falscher Dämmung hingegen steigen die Kosten enorm an.

Wie stark die Dämm­schichten ausfallen müssen, richtet sich nach

  • dem Dämmwert des verwendeten Materials und
  • dem unter der Fußboden­heizung liegenden Raum: Zimmer über Erd­reich oder unbeheizten Räumen müssen stärker gedämmt werden als Räume, die sich beispiels­weise über Wohn­bereichen befinden.

Die Dämmung besteht aus Wärme­dämmung und/oder Trittschall­dämmung. Oft gibt es nur eine Trittschall­dämmung.

Trittschalldämmung und Fußbodenheizungen

Die Trittschall­dämmung ist vor allem bei harten Boden­belägen wie Laminat oder Parkett wichtig. Insofern der Fußboden als Decke eines weiteren Wohn­raumes dient, sollte bei Fußboden­heizungen generell eine Trittschall­dämmung eingebaut werden. Alternativ sollte eine Wärme­dämmung verbaut sein.

Die Trittschall­dämmung wird unterhalb der Fußboden­heizung aufgebracht. Als Material eignen sich

  • Polystyrolplatten,
  • Mineralfaser,
  • Holzfaser­dämmplatten und
  • Dämmung aus Hanffilz sowie
  • Korkplatten, wobei diese sehr teuer sind.

Randdämmstreifen nicht vergessen

Randdämm­streifen erfüllen bei Fußboden­heizungen gleich eine doppelte Funktion:

  1. Die Streifen verhindern, dass die Schall­wellen der Fußboden­heizung an Boden und Wände abgegeben werden.
  2. Außerdem nehmen sie die Ausdehnung des Estrichs auf, so dass keine ungewollten Lücken entstehen.

Die Rand­streifen bestehen oftmals aus Polyethylen­schaum und sind etwa 8 Millimeter stark. Sie müssen an allen auf­steigenden Bauteilen verlegt werden und den Estrich um mindesten 10 Millimeter überragen.

Ökologische Alternativen: Dämmmaterial aus Zuckerrohr und Co.

Ein kleiner Exkurs zu Dämm­material: Wer einen besonders nachhaltigen Bau möchte, kann gerade beim Dämm­material auf öko­logische Alternativen setzen. Rohr­dämmung aus Zucker­rohr oder aus pflanzlichen Materialien und recycelten Baustoffen erreichen inzwischen fast die gleichen technischen Eigenschaften wie herkömmliche Dämmstoffe. Auch Flachs, Hanf, Holzwolle und ähnliche Materialien können für die Dämmung bei Fußboden­heizungen eingesetzt werden.

Welche Alternativen für Ihren Bau infrage kommen, sollten Sie von einem Fachbetrieb einschätzen lassen. Einen Überblick, welche alternativen Dämm­materialien es heute gibt und wo sie eingesetzt werden können, gibt es auf „Natürlich dämmen“.

Hydraulischer Abgleich der Fußbodenheizung

Mit dem hydraulischen Abgleich der Fußboden­heizung wird die Wärme­verteilung des Heizungs­wassers abgestimmt. Er sorgt dafür, dass sich die Wärme gleichmäßig im Haus verteilt.

Ohne einen Abgleich kommt in Räumen, die weiter entfernt von der Heiz­quelle sind, weniger warmes Wasser an. Dem steuern Nutzer*innen oft entgegen, indem sie die Vorlauf­temperaturen und/oder den Pumpen­druck erhöhen. Das verbraucht mehr Energie und damit mehr Geld. Mit einer gut ein­gestellten Heiz­anlage können Sie sparen, auch bei einer Fußboden­heizung. Trotzdem wird dieses Thema von vielen Eigen­tümer*innen vernach­lässigt.

Welche Irrtümer über den hydrau­lischen Abgleich kursieren, lesen Sie in einem anderen Artikel. Mit unserem Online-Rechner WärmeCheck können Sie überprüfen, ob sich für Ihr Heiz­system ein hydraulischer Abgleich lohnt – egal ob Fußboden- oder eine andere Heizung.

Wie funktioniert der hydraulische Abgleich einer Fußbodenheizung?

Ihr Heizungs­fachbetrieb nimmt alle Anlagen­daten auf und berechnet die Heiz­last für jeden Raum im Haus.

Mit diesen Werten kann der/die Heizungs­bauer*in die optimale Vorlauf­temperatur festlegen und so die Leistung der Heiz­anlage optimieren. Dabei wird für jeden Heiz­kreis die benötigte Wasser­menge ermittelt. Anschließend stellt der/die Heizungs­bauer*in die Differenz­druck­regler so ein, dass jeder Heiz­kreislauf auch diese Menge an Wasser erhält.

Lohnt sich ein hydraulischer Abgleich der Fußbodenheizung?

Der Bundesverband Flächen­heizungen (BVF) empfiehlt, auch bei Fußboden­heizungen einen hydraulischen Abgleich zu machen. Bei der Planung und Installation einer neuen Fußboden­heizung ist es in jedem Fall sinnvoll, auch, weil das Verfahren derzeit gefördert wird.

Ob sich die Investition für Haus­eigentümer*innen lohnt, sollte allerdings individuell und mit Unter­stützung eines Fachbetriebs entschieden werden. Einen Rechner, dessen Ergebnisse auch als Grund­lage für die Beantragung der BAFA-Förderung genutzt werden können, stellt der BVF zur Verfügung.

Fußbodenheizung einstellen

Prinzipiell sollte der Heizungs­fachbetrieb Ihre Fußboden­heizung einstellen, der sie auch für Sie installiert hat. An dieser Grund­einstellung müssen Sie nichts mehr ändern. Sollte die Anlage schlechter heizen oder Probleme bereiten, könnte ein hydraulischer Abgleich angeraten sein.

Fußbodenheizung: Steuerung und Regelung

Wer sich über die Steuerung der Fußboden­heizung informieren will, meint oft die Regelung der Fußboden­heizung. Beide Begriffe werden häufig ver­wechselt oder synonym verwendet.

Fußbodenheizung: Steuerung

Mit der Steuerung einer Heizung ist ein einfacher Abgleich eines Ist-Wertes mit einem Soll-Wert gemeint. Zum Beispiel kann die Heizung anspringen, wenn die Außen­temperatur unter 10 Grad Celsius fällt. So kann ein­gestellt werden, dass der Raum in diesem Fall auf 21 Grad Celsius erwärmt wird. Die Steuerung sorgt lediglich dafür den Soll-Wert zu erreichen, ohne dabei eine Rück­meldung an das Steuer­gerät zu senden. Wie stark die Heizung heizt, orientiert sich beispiels­weise an Heizkurven, die der Heizungs­fachbetrieb für das ent­sprechende Gebäude festlegt und einstellt.

Fußboden­heizungen lassen sich darüber hinaus in Smart-Home-Steuerungen integrieren. Auch Steuerungen unter Berück­sichtigung der Wetter­vorhersagen sind möglich. Eine Lösung, die der Trägheit einer Fußboden­heizung durch intelligente Planung clever entgegen­wirkt. Mehr zu smarten Heizungs­steuerungen lesen Sie hier.

Fußbodenheizung: Regelung

Für Fußboden­heizungen funktioniert die raum­weise Regelung über Raum­thermostate. So ist laut Energie­einspar­verordnung (seit November 2020 das Gebäudeenergiegesetz, kurz GEG) vorge­schrieben, dass jeder einzelne Raum regulier­bar sein muss. Damit wird gewähr­leistet, dass Haus­besitzer*innen auch bei Fußboden­heizungen den Wärme­bedarf flexibler steuern können, das System effizienter arbeitet und weniger Energie verbraucht.

Für Mehrfamilien­häuser und größeren Anlagen empfiehlt der Bundes­verband Flächen­heizungen (BVF) Strang­regulierungs­ventile. Diese Ventile ermöglichen es Heizungs­bauer*innen und Haus­besitzer*innen, komplette Bereiche (Stränge) eines Heizungs­netzes zu regeln.

Wie funktioniert die Heizungsregelung?

Die Heizungsregelung gleicht Ist- und Soll-Wert permanent ab und startet entsprechende Regulierungsprozesse. Sie stellt somit sicher, dass die Solltemperatur nicht nur erreicht, sondern auch konstant gehalten wird. Mit einer Heizungsregelung, die beispielweise auf die Temperaturdifferenz abgestimmt ist, lässt sich effizienter heizen. Dabei messen Fühler die Differenz zwischen Vor- und Rücklauftemperatur. Ist die Differenz klein, geben die Heizflächen kaum Wärme ab. Die Räume sind also warm genug, die Vorlauftemperatur kann abgesenkt werden. Neben Differenztemperaturregelungen gibt es auch an der Witterung und an der Raumtemperatur orientierte Systeme.

Fußbodenheizung entlüften

Eine Fußboden­heizung auf Warm­wasser­basis muss regelmäßig entlüftet werden. Luft kommt über das Wasser selbst, über Zuläufe und Anschlüsse in die Leitungen und mindert die Leistung des Systems. Während Heiz­körper gut zugänglich sind, ist es nicht ganz einfach, eine Fußboden­heizung zu entlüften. Es gibt Fußboden­heizungs­systeme mit auto­matischen Entlüftungs­ventilen. Sollte Ihre nicht dazu­gehören, ist es ratsam, Sie überlassen das einem Fach­betrieb.

Das gilt es beim Entlüften einer Fußbodenheizung zu beachten

  • Das richtige Heizungs­wasser: Welches Wasser kommt zum Spülen in eine Fußboden­heizung? Einfaches Trinkwasser nicht. Es kann aufgrund seines Kalk­gehalts, seines PH-Werts, der Wasser­härte und seines Sauerstoff­gehalts Schäden am Heiz­kreislauf verur­sachen.
  • VDI-Richtlinie 2035: Sie gibt genau vor, welche Qualität Heiz­wasser erfüllen muss. Der pH-Wert muss für Heizungs­wasser zwischen 8,2 und 10 liegen. Der Härte­grad des Wassers richtet sich nach der Größe der Heiz­anlage.
  • Gewähr­leistung: Für das Befüllen der Heizungs­anlage ist der Betreibende verant­wortlich, also Haus­besitzer*in oder Wohnungs­besitzer*in. Treten Schäden durch unge­eignetes Wasser auf, geht die Gewähr­leistung durch die Hersteller und den Versicherungs­schutz verloren. Die wichtigsten Punkte zu Heizungs­wasser finden Sie bei uns. Ein guter Heizungs­bau­betrieb kann entsprechend beraten.
  • Bedienungs­anleitung: Bevor Sie beginnen, ist ein Blick in die Anleitung der Fußboden­heizung unver­meidlich. Denn obwohl der grund­legende Ablauf des Ent­lüftens immer gleich ist, unter­scheiden sich ver­schiedene Heizungen in Details. Eventuell findet sich in der Bedienungs­anleitung sogar eine genaue Erklärung, wie Sie Ihre Fußboden­heizung entlüften sollten.
  • Equipment und Voraussetzungen: zwei Wasser­schläuche, einen Wasser­auffang­behälter, ein Zapfventil und Zugang zum Heiz­verteiler.

Fußbodenheizung entlüften – Ablauf

  • Alle Kugelhähne und Ventile schließen.
  • Einen Wasser­schlauch mit Zapfventil an den KFE-Hahn des Vorlauf­verteilers anschließen und mit Wasser­quelle verbinden.
  • Zweiten Wasser­schlauch an den Rücklauf­verteiler anschließen, Schlauch­ende in geeigneten Ablauf oder Auffang­behälter legen.
  • Heizkreise nun einzeln nacheinander erst öffnen und so lange spülen, bis keine Luft mehr austritt, dann wieder schließen.
  • Nachdem alle Heizkreise entlüftet sind, Schläuche entfernen und Hähne in Ausgangs­stellung zurück­versetzen.
  • Auf den Wasserdruck achten: Fällt der unter 1,5 bar, sollte Heizwasser nachgefüllt werden. Wie das geht, erklären wir im Artikel zum Heizungs­wasser.

Auch wenn hier die wichtigsten Punkte aufgezählt sind: Überlassen Sie das Entlüften besser einem Fachbetrieb. Vor allem das Aufbereiten des Heizungs­wassers ist wichtig und mit Hausmitteln kaum möglich.

Fußbodenheizung warten und sanieren

Es ist sinnvoll, die Wartung oder Sanierung in ein weit­reichenderes Sanierungs­konzept einzuschließen, um Förder­möglich­keiten auszu­schöpfen und mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Suchen Sie sich dazu am besten eine/n unab­hängige/n Energieberater*in.

Wie ist die Lebenserwartung von Fußbodenheizungen?

Der Bundesverband Flächen­heizungen (BVF) gibt für Flächen­heizungen eine Lebens­erwartung von 40 bis 50 Jahren an, hält aber auch 100 Jahre für möglich. Wissen­schaftlich ist diese Annahme bisher allerdings nicht belegt, sondern basiert auf der Lebens­dauer der verwendeten Kunststoff­rohre.

Bei älteren Installationen kommt es öfters zu Ver­sprödungen und Verschlammungen. Das gilt vor allem für Fußboden­heizungen mit Kunststoff­rohren, die vor 1990 verbaut wurden.

Woran erkennen Sie, dass Ihre Fußbodenheizung saniert werden sollte?

  • Sie heizt nicht mehr richtig: Die beheizten Räume werden nicht mehr warm – und Ursachen wie Luft­ansammlungen konnten bereits aus­geschlossen werden.
  • Sie entdecken feuchte Stellen am Boden oder an den Wänden.
  • Der Wasserdruck fällt schnell wieder ab, auch nach dem Auffüllen des Heiz­wassers.

Tipps zur Modernisierung bestehender Fußboden­heizungen hat der Bundes­verband Flächen­heizungen und Flächen­kühlungen e. V. zusammen­gestellt.

Was kostet eine Fußbodenheizung?

Das hängt natürlich stark davon ab, welche Aufgaben sie erfüllen soll:

  • Ist sie als Vollheizung konzipiert? Oder soll sie lediglich ergänzen?
  • Wird sie in den Estrich einge­gossen? Oder ist eine Fußboden­heizung mit Trocken­estrich das Ziel?
  • Setzen Sie auf eine Kombination erneuerbarer Energie­quellen und Strom?

Kosten einer Fußbodenheizung zusammengefasst

Nasssystemeab 50 €/m2 zzgl. Heraus­reißen und Entsorgen des alten Estrichs
Trocken­systemeab 40 €/m2
Elektrische Fußboden­heizungenab 10 €/m2

Im Neubau sind die Kosten der Fußboden­heizung etwas höher als mit herkömm­lichen Heizkörpern. Im Altbau wird die Fußboden­heizung deutlich mehr kosten, weil die Kosten für die Erneuerung des Fußbodens noch dazu­kommen.

Alternativ zu Flächen­heizungen im Fußboden sollten Sie auch die Option einer Decken- oder Wand­heizung prüfen.

Fußbodenheizung: Kosten im Betrieb

Eine generelle Aussage zu den Betriebs­kosten einer Fußboden­heizung ist schwer zu treffen. Fußboden­heizungen lassen sich mit allen Heiz­technologien betreiben. Die Kosten richten sich also nach den aktuellen Kosten der genutzten Heizquelle. Pellet­heizungen sind demnach eine der günstigsten Varianten. Die Preise lagen 2019 durch­schnittlich bei 5,1 Cent pro Kilowatt­stunde (kWh) und damit weit unter dem Gaspreis (6,1 Cent/kWh).

Die Kosten für elektrische Fußboden­heizung sind aufgrund der Strompreise von circa 30,5 Cent/kWh verhältnis­mäßig teuer. Wird der Strom allerdings über eine Photo­voltaik­anlage selbst produziert, sieht die Kalkulation schon wieder anders aus.

Während die Wartungs­kosten einer Fußboden­heizung vergleichs­weise höher ausfallen, relativieren sich die Installations­kosten bei genauerem Blick. Denn bei der Anschaffung wird die notwendige Dämmung meist bereits mit ein­gerechnet.

Kostenvergleich Neukauf und Nachrüsten

Eine Fußboden­heizung nach­zurüsten muss gut durchdacht und geplant sein. Zu den Anschaffungs­kosten kommen Kosten für eventuelle Rohr­durchbrüche und das Zuspachteln vorhandener Kanäle. Je nach Stand des Gebäudes müssen Türen angepasst werden.

Förderung für Fußbodenheizungen

2021 sind die Förder­möglich­keiten für energetische Sanierungen und den nach­haltigen Hausbau mit Blick auf erneuerbare Energien besonders vorteilhaft. Auch Haus­besitzer*innen, die Flächen­heizungen wie Fußboden­heizungen sanieren oder installieren wollen, können dabei auf drei Wegen profitieren. Denn Flächen­heizungen als Niedrig­temperatursystem lassen sich gut mit Wärme­pumpen und Brennwert­kesseln kombinieren. Förder­voraus­setzung ist der hydraulische Abgleich.

BAFA-Förderung für Fußbodenheizungen

Die BAFA-Förderung richtet sich sowohl an Sanierungs­projekte als auch an den Neubau. Effiziente Wärme­pumpen werden dabei in Verbindung mit Flächen­heizungen unter­stützt. Als Investitions­zuschuss können Sie beantragen:

  • bis zu 35 Prozent der förder­fähigen Kosten können im Neubau,
  • bis zu 45 Prozent beim Kessel­tausch mit Einbau einer Flächen­heizung.

Dabei muss aber beachtet werden: Gefördert wird der Kessel­tausch in Verbindung mit erneuer­baren Energie­quellen, Hybrid­anlagen und Anlagen, die dafür vorbereitet sind.

Wie die BAFA-Förderung im Detail funktioniert, erfahren Sie in der Übersicht mit Tipps zu BAFA-Förder­mitteln.

KfW-Förderung für Fußbodenheizungen

Das Kredit­institut für Wiederaufbau, kurz KfW-Bank, unterstützt Haus­besitzer*innen beim Bau neuer Heizungs­anlagen und den begleitenden Maßnahmen mit günstigen Krediten und Investitions­zuschüssen. Darunter fällt auch der Einbau einer Wand- oder Fußboden­heizung. Wir erklären die Details zur KfW-Förderung.

Bundesförderung für effiziente Gebäude

Der Bund hat Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen seit 2021 gebündelt, um Maßnahmen von KfW und BAFA übersichtlich anzubieten. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt auch Flächenheizungen, sofern ein hydraulischer Abgleich integriert ist. In unserer Übersicht zu den Fördermöglichkeiten über das BEG finden Sie Informationen über mögliche Projekte und den Antragsprozess.

Steuerliche Vorteile

Energetische Gebäude­sanierung ist das Stichwort. Diese sind in Deutsch­land derzeit mit bis zu 20 Prozent der Aufwendungen (maximal 40.000 Euro pro Wohn­objekt) steuerlich abzugs­fähig. Darüber hinaus können Bauherr*innen auch die Baubegleitung und Beratung durch Fach­betriebe mit bis zu 50 Prozent der anfallenden Kosten geltend machen.

Sanierungen und Optimierungen von Flächen­heizungen können allerdings nur angerechnet werden, wenn die Anlagen älter als zwei Jahre sind. Die Maß­nahmen müssen zwischen dem 1. Januar 2020 und dem 31. Dezember 2029 umgesetzt sein.

Welche Fußbodenheizung ist die richtige?

Und welche Fußboden­heizung ist nun die richtige für Ihr Gebäude? Wie bei allen Entscheidungen im Haus­bau sollten Sie auch hier nichts überstürzen.

Die Checkliste enthält die wichtigsten Fragen:

  • In welchen Räumen soll die Fußboden­heizung verlegt werden?
  • Handelt es sich um einen Neubau oder wird der Boden im Altbau komplett erneuert?
  • Geht es um eine Altbau­sanierung oder einen nachträg­lichen Einbau? Wenn ja: Wie viel Platz bietet der Boden? Haben die Türen noch aus­reichende Höhe?
  • Welcher Belag soll über der Fußboden­heizung verlegt werden?
  • Soll die Fußboden­heizung in ein vorhandenes Heiz­system integriert werden?

Mit den Antworten auf diese Fragen in der Hand sollten Sie eine/n unabhängige/n Energie­berater*in suchen, der/die Sie beim Planen unter­stützt. Auch für die Energie­beratung gibt es Förder­mittel.

Kann man eine Fußbodenheizung mit anderen Systemen kombinieren?

Moderne Fußboden­heizungen stehen anderen Heiz­systemen in nichts nach. Sie lassen sich problemlos mit Gas­heizungen und Ölkesseln kombinieren. Aufgrund ihrer geringen Vorlauf­temperatur ist sie ideal für den Einsatz mit Wärme­pumpen oder Brennwert­heizungen:

Fußbodenheizung mit Wärmepumpe

Fußboden­heizungen benötigen keine hohen Vorlauf­temperaturen. Für Wärme­pumpen ist der geringe Temperatur­unterschied zwischen Wärme­quelle (Boden, Luft, Wasser) und Vorlauf­temperatur wichtig. Daher lassen sich Wärme­pumpe und Fußboden­heizung zu einem energie­effizienten und wirtschaft­lichen System kombinieren.

Das zahlt sich nicht nur in der kalten Jahres­zeit aus. Im Sommer kann die Kombination aus reversibler Wärme­pumpe und Fußboden­heizung den Raum auch aktiv oder passiv kühlen.

  • Passive Kühlung: Das Heizwasser wird per Wärme­tauscher über die niedrige Temperatur des Erdreiches oder Grund­wassers abgekühlt. Der Raum lässt sich um bis zu drei Grad kühlen.
  • Aktive Kühlung: Das Heiz­wasser wird aktiv über eine reversible Wärme­pumpe gekühlt. Dafür fallen allerdings höhere Strom­kosten an.

Fußbodenheizung und Photovoltaik

Auch die Verbindung mit einer Solaranlage eignet sich gut für Fußboden­heizungen. Bei Warm­wasser­fußboden­heizungen ist dabei die Nutzung eines Puffer­speichers notwendig.

Elektrische Fußboden­heizungen können zum Teil per Photo­voltaik mit dem für die Wärme­erzeugung nötigen Strom versorgt werden. Haus­besitzer*innen, die darauf setzen, sind etwas unab­hängiger vom Strompreis der Energie­versorger.

Wie unterscheidet sich das Heizen mit Flächenheizungen und Heizkörpern?

Bei Heiz­körpern steigt die warme Luft über dem Heiz­körper nach oben in dem Raum und zirkuliert durch diesen. Ein Teil der Wärme wird über Strahlung abgegeben. Flächen­heizungen geben ihre Wärme haupt­sächlich via Strahlung über eine große Fläche ab, den Fußboden oder die Wand. Die Wärme verteilt sich gleichmäßig im Raum, eine Zirkulation entsteht nicht. Daher nehmen manche die Wärme als angenehmer wahr. Niedrigere Temperaturen führen bereits zu einem Wohlfühl­klima.

Fußboden­heizungen und Heizkörper müssen aber kein Entweder/Oder sein. Beide können gut im Haus kombiniert werden – zum Beispiel mit Heiz­körpern im Bad fürs kurz­zeitige Heizen am Morgen und/oder am Abend. Weil Heizkörper mit höheren Vorlauf­temperaturen als Fußboden­heizungen arbeiten, müssen dafür zwei Heiz­kreisläufe angelegt werden.

Fußbodenheizung bei Renovierung oder Sanierung

Auch nachträglich lässt sich eine Fußboden­heizung installieren. Eine Fußboden­heizung nach­zurüsten ist allerdings mit hohem Aufwand verbunden. Sowohl im Nass- als auch im Trocken­system müssen der Boden­belag und der alte Estrich heraus­genommen werden.

Alternativ kann der Installateurs- oder Heizungs­baubetrieb die Heizrohre in den vor­handenen Estrich fräsen. Der Estrich muss dafür geeignet und eine Tritt- oder Wärme­dämmung sollte darunter vor­handen sein.

Fußbodenheizung in den Estrich fräsen

Der alte Boden­belag und eventuelle Klebe­rückstände müssen vorher komplett entfernt werden. Der Boden wird mit einem Haft-/Tiefen­grund vorbereitet, Uneben­heiten ausge­glichen. Mit einer Fugen­fräse werden etwa 16 Millimeter tiefe Heizrillen für die Heizrohre gefräst, in die die Heizungs­rohre hinein­gelegt und mit Kleber fixiert werden. Anschließend wird der Boden mit Ausgleichs­estrich wieder abgeschlossen und der neue Bodenbelag verlegt.

Voraussetzungen um, eine Fußboden­heizungen zu fräsen:

  • Die Dämmung des Bodens oder der Decken wird nicht beschädigt.
  • Darüber hinaus muss geprüft werden, dass die Dämmung nicht zu gering ist, sprich, die Wärme­energie nicht zu großen Teilen verloren­geht.
  • Außerdem muss vor dem Verlegen sicher­gestellt werden, dass im Boden keine Versorgungs­leitungen oder Kabel verlaufen. An der Höhe des ursprünglichen Aufbaus ändert sich dabei wenig. Deshalb wird es nicht nötig, Treppen, Tür­durchgänge oder bodentiefe Fenster umzu­bauen.

Fußbodenheizung selbst einbauen?

Elektrische Fußboden­heizungen lassen sich mit etwas hand­werklichem Geschick selbst installieren. Warum Bauherr*innen das trotzdem nicht ohne den Rat eines Heizungs­fach­betriebs angehen und auf die leichte Schulter nehmen sollten, liegt nicht aus­schließlich in der Installation. Denn eine Flächen­heizung funktioniert nur dann optimal und läuft effizient, wenn sie korrekt geplant und berechnet wurde.

Ist eine Fußbodenheizung gesundheitsschädlich?

Ein Vorurteil hält sich hart­näckig: Fußboden­heizungen seien schädlich für Menschen mit Venen­leiden. Als Begründung wird häufig genannt, dass Venen­patient*innen Wärme meiden sollen. Für dieses Argument lässt sich allerdings kein Nachweis finden.

Fußbodenheizungen für Allergiker

Besonders für Asthmatiker und Allergiker sind Fußboden­heizungen eine gute Alternative. Weil die Luft (und damit Pollen und Staub) nicht mehr über den Heiz­körpern aufge­wirbelt wird, können sie in solchen Räumen mit Fußboden­heizung besser durchatmen.

Vorteile und Nachteile einer Fußbodenheizung

VorteileNachteile
  • gleichmäßige Wärme­verteilung im Raum, weil Wärme über gesamte Boden­fläche abgegeben wird
  • im Vergleich zu Heiz­körpern mehr Zeit nötig, bis Raum warm ist
  • weniger Staub­aufwirbelung
  • Temperatur nur träge regulierbar, schnelle Reaktion auf Temperatur­schwankung nicht möglich
  • keine Heizkörper nötig, wodurch Raum freier gestaltet werden kann
  • führt schnell zu Über­wärmung
  • niedrigtemperatur­betrieben und daher gut mit erneuer­baren Systemen wie Wärme­pumpen oder Solar­anlagen kombinierbar
  • Nachrüstung einer Fußboden­heizung kosten­aufwendiger
  • Reparaturen, Umbau oder Änderungen des Systems auf­wendiger

Flächenheizsysteme müssen nicht im Fußboden liegen

Flächenheizungen sind nicht auf den Raumboden beschränkt. Sie können an allen Flächen zum Einsatz kommen. Das Strahlungs­prinzip funktioniert auch hier. In manchen Altbauten ist eine Fußboden­heizung aufgrund der benötigten Aufbau­höhe nicht zu realisieren. Eventuell wollen Haus­besitzer*innen auch schöne historische Dielen­böden erhalten, indem sie die Beheizung oder Kühlung über die Zimmer­decke oder die Wände regeln.

Heizen und Kühlen mit Flächenheizungen kombinieren

Warme Luft steigt auf. Das lernen wir schon in der Schule. Daher ist es nahe­liegend, die Kühlung eines Raums über die Zimmer­decke zu gestalten. Bei Flächen­heizungen, die in der Zimmer­decke angebracht werden, bietet es sich also an, die Heizung mit einer reversiblen Wärme­pumpe oder einem Kühl­aggregat zu verbinden. Neben der angenehmen Raum­wärme in der Heizsaison wird eine Kühlung in den Sommer­monaten möglich. Die Wärme der Raumluft wird bei solchen Systemen über die Decke abgeführt, kühlere Luft fällt ab. So wird der Raum angenehm kühl gehalten.

Autorin: Mariana Friedrich

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