CO2-Preis: So können Sie sparen

Seit 2021 wird eine Abgabe für den Handel mit Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel erhoben. Diesen CO2-Preis geben die Händler*innen weiter an ihre Kund*innen. Heizen und Autofahren wird also teurer. Dafür sinken die Kosten an anderer Stelle – und ab 2023 müssen viele Mieter*innen nur noch einen Teil übernehmen.

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90 Prozent aller Haushalte zahlen zu viel fürs Heizen. Wir begleiten Sie beim Senken Ihrer Heizkosten.
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Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Abgaben fürs Heizen und Tanken steigen – Abgaben für Strom sinken
  • bei Heizen mit Öl besonders hohe Kosten durch CO2-Preis
  • Mieter*innen übernehmen zusätzliche Heizkosten bis 2023 zu 100 Prozent
  • CO2-Preis steigt jedes Jahr: von 25 bis zwischen 55 und 65 Euro je Tonne
  • Ziel: klimaschonendes Verhalten und entsprechende Technologien fördern

1. Was ist der CO2-Preis?

Der CO2-Preis ist eine Abgabe auf den Handel mit Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel. Mit den Einnahmen werden klimafreundliches Verhalten und entsprechende Technologien gefördert. Die Abgabe wird seit dem 1. Januar 2021 erhoben. Die Kosten geben die Händler*innen weiter an ihre Kund*innen.

2. Wie hoch ist der CO2-Preis?

Im Jahr 2022 liegt der CO2-Preis bei 30 Euro pro Tonne CO2. Von Jahr zu Jahr steigt er weiter an. 2026 soll er dann zwischen 55 und 65 Euro liegen. Bezahlen müssen den Preis die Händler*innen von Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel. Die geben die Mehrkosten weiter an Ihre Kund*innen, die davon aber auch profitieren können.

Mehr­kosten 2022Mehr­kosten 2025
CO2-Preis in Euro je Tonne30 Euro55 Euro
Heizen: Wohnung (Erdgas)67 Euro125 Euro
Heizen: Ein­familien­haus (Erdgas)117 Euro217 Euro
Tanken: Benzin-Pkw84 Euro186 Euro
Tanken: Diesel-Pkw95 Euro209 Euro

Berechnungsgrundlagen: Wohnung: 70 m2 im Mehr­familien­haus, Heiz­energie­ver­brauch: 11.000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr ; Ein­familien­haus: 110 m2, Heiz­energie­ver­brauch: 17.000 kWh pro Jahr; Pkw: 6 Liter pro 100 Kilometer, 20.000 Kilometer pro Jahr

Bei vermieteten Wohnungen und Häusern müssen die zusätzlichen Heizkosten bis zum Jahr 2023 zu 100 Prozent von den Mieter*innen getragen werden. Ab 1. Januar sind bis zu 90 Prozent von den Vermieter*innen von Wohngebäuden zu zahlen – je schlechter die Energiebilanz (CO2-Ausstoß je Quadratmeter), desto mehr.

Für die Jahre 2021 bis 2025 ist der CO2-Preis per Gesetz festgeschrieben:

  • 2021: 25 Euro je Tonne CO2
  • 2022: 30 Euro je Tonne CO2
  • 2023: 35 Euro je Tonne CO2
  • 2024: 45 Euro je Tonne CO2
  • 2025: 55 Euro je Tonne CO2

Ab dem Jahr 2026 gilt ein Korridor von 55 bis 65 Euro. Danach soll sich der Preis frei am Markt bilden.

Warum ein CO2-Preis?

Der CO2-Preis ist Teil des Klimapakets der Bundesregierung. Ziel des Pakets ist, klimaschonendes Verhalten zu belohnen und entsprechende Technologien fördern. Klimaschädliche Verhaltensweisen und Technologien kosten dadurch mehr. Das Paket enthält neben dem Preis weitere Punkte, die Einfluss auf Kosten haben. So wird auch das Fliegen teurer. Im Gegenzug ...

  • sinken die Abgaben für Strom,
  • gibt es mehr Fördermittel und steuerliche Vergünstigungen,
  • wird Elektromobilität stärker gefördert und
  • die Pendlerpauschale steigt.

Ursprünglich war von Beginn an das Aufteilen der Kosten zwischen Vermieter*innen und Mieter*innen vorgesehen, um die Wirkung des CO2-Preises verbessern. Denn die Vermieter*innen entscheiden über energetische Sanierungen und die Art der Heizung. So haben sie großen Einfluss auf die zusätzlichen Heizkosten durch den CO2-Preis und sind motiviert, ebenfalls für weniger Heizenergieverbrauch zu sorgen. Im letzten Moment fiel jedoch die Entscheidung gegen das Aufteilen. Und so müssen Mieter*innen die Kosten vorläufig allein tragen – ab 2023 in vielen Fällen nicht mehr.

3. Wie hoch ist der CO2-Preis fürs Heizen?

Die zusätzlichen Kosten durch den CO2-Preis fürs Heizen unterscheiden sich je nach Verbrauch und Energieträger. Letztere sorgen für unterschiedlich viel CO2. Wer mit Heizöl heizt, zahlt deswegen mehr. Entscheidend ist auch der Sanierungsstand: In unsanierten Gebäuden wird es teurer als in sanierten. Ab 2023 wird der CO2-Preis fürs Heizen in vielen Fällen zwischen Vermieter*innen und Mieter*innen aufgeteilt.

In einer durchschnittlichen Wohnung liegen die Mehrkosten im Jahr 2022 je nach Energieträger und Heizsystem bei ...

  • Heizöl: 98 Euro
  • Erdgas: 67 Euro
  • Fernwärme: 41 Euro

Bis zum Jahr 2025 steigen die zusätzlichen Kosten weiter an:

  • Heizöl: 180 Euro
  • Erdgas: 125 Euro
  • Fernwärme: 91 Euro

Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 110 statt 70 Quadratmetern Wohnfläche sind die Kosten entsprechend höher:

  • Heizöl: 160 Euro (2022) bis 295 Euro (2025)
  • Erdgas: 117 Euro (2022) bis 217 Euro (2025)
  • Fernwärme: 71 Euro (2022) bis 156 Euro (2025)

Für Wärmepumpen oder Biomasse wie Holzpellets fällt dagegen kein CO2-Preis an. Nutzer*innen von Wärmepumpen profitieren zusätzlich vom CO2-Preis. Denn die Einnahmen werden dazu genutzt, um die EEG-Umlage auf Strom erst zu deckeln und dann zu senken: im Jahr 2021 auf 6,5 Cent je kWh, in 2022 auf 3,7 Cent. Ab 1. Juli 2022 entfällt die EEG-Umlage laut neuer Bundesregierung komplett.

Wie werden die CO2-Kosten ab 2023 aufgeteilt?

Ab 1. Januar 2023 kommt die Aufteilung der CO2-Kosten. Die Gebäude werden dazu in zehn Stufen eingeteilt. Je höher der CO2-Ausstoß pro Quadratmeter, desto mehr müssen die Vermieter*innen zahlen:

  • Bei mehr als 52 Kilogramm CO2 pro Quadratmeter und Jahr übernehmen die Vermieter*innen 90 Prozent und die Mieter*innen 10 Prozent der CO2-Kosten.
  • Bei sehr effizienten Gebäuden (unter 12 kg, ab Effizienzhaus-Standard 55: EH55) müssen die Mieter*innen die Kosten weiterhin zu 100 Prozent übernehmen.

Ausnahmen gibt es für Gebäude mit Denkmalschutz und in Milieuschutz-Gebieten. Denn dort sind Sanierungen nur eingeschränkt erlaubt. Für Geschäfte, Bürogebäude und andere Nichtwohngebäude gilt das Stufenmodell noch nicht: Die Kosten werden vorläufig zur Hälfte aufgeteilt, wenn es keine andere vertragliche Vereinbarung gibt. Für Nichtwohngebäude soll es aber ebenfalls ein Stufenmodell geben, sobald alle dafür nötigen Daten vorliegen.

CO2-Preis ab 1. Januar 2023: 10-Stufen-Modell

So sieht die Verteilung der CO2-Kosten zwischen Mieter*innen und Vermieter*innen von Wohngebäuden ab dem nächsten Jahr aus. Entscheidend ist der Wert für CO2 pro Quadratmeter und Jahr (CO2/m2a):

StufeMieter*inVermieter*inCO2/m2a
1100 %0 % <12 kg
290 %10 %12–<17 kg
380 %20 %17–<22 kg
470 %30 %22–<27 kg
560 %40 %27–<32 kg
650 %50 %32–<37 kg
740 %60 %37–<42 kg
830 %70 %42–<47 kg
920 %80 %47–<52 kg
1010 %90 %>52 kg

In welche Stufe das eigene Gebäude fällt, steht dann ab 2023 in der Heizkostenabrechnung.

Wie lässt sich die Stufe beim CO2-Preis fürs Heizen berechnen?

Die CO2-Preis-Stufe lässt sich einfach berechnen. Das zeigt das Beispiel einer durchschnittlichen Wohnung mit 70 Quadratmetern in einem Mehrfamilienhaus mit Erdgas-Zentralheizung:

9.590 kWh Erdgas pro Jahr (mittlerer Verbrauch laut Heizspiegel 2021)
mal 0,24 kg CO2 je kWh (laut GEG)
ist gleich 2.301,6 kg CO2
geteilt durch 70 m2
ist gleich 32,88 kg CO2 pro Quadratmeter und Jahr

Daraus ergibt sich Stufe 6, also ein Anteil von je 50 Prozent für Vermieter*in und Mieter*in.

Für eine durchschnittliche Wohnung mit Heizöl fällt die Rechnung für den/die Vermieter*in deutlich schlechter aus:

10.430 kWh Heizöl pro Jahr (mittlerer Verbrauch laut Heizspiegel 2021)
x 0,31 kg CO2/kWh
= 3.233,3 kg CO2/a
/ 70 m2
= 46,19 kg CO2/m2a

Das entspricht Stufe 8 und damit 70 Prozent für Vermieter*in und 30 Prozent für Mieter*in.

4. Ist für Biogas ein CO2-Preis zu zahlen?

Grundsätzlich gilt der CO2-Preis auch für Biobrennstoffe wie Biogas oder Biodiesel. Sie sind jedoch in den Jahren 2021 und 2022 davon befreit. Ab dem Jahr 2023 gilt die Befreiung nur noch für echtes Biogas und andere echte Biobrennstoffe. Deren Erzeuger müssen dann belegen, dass das Gas nachhaltig ist: etwas aus der Vergärung von Abfällen oder bestimmten Ackerpflanzen. Für dieses Biogas fällt auch weiterhin kein CO2-Preis an.

5. Wie hoch ist der CO2-Preis fürs Tanken?

Für Benzin und Diesel wird ebenfalls ein CO2-Preis fällig. Bei einem vergleichsweise niedrigen Verbrauch von 6 Litern auf 100 Kilometern und einer Jahresfahrleistung von 20.000 Kilometern sind es im Jahr 2022 ...

  • für Benzin: 84 Euro
  • für Diesel: 95 Euro

... und im Jahr 2025 folgende Mehrkosten:

  • bei Benzin: 186 Euro
  • bei Diesel: 209 Euro

Für Elektroautos fallen dagegen keine Mehrkosten an. Außerdem sind zum Ausgleich die Elektoauto-Förderung und die Pendlerpauschale gestiegen.

6. Wie kann ich zusätzliche Kosten durch den CO2-Preis vermeiden?

Um zusätzliche Kosten durch zu vermeiden, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Am einfachsten dürfte es in den meisten Fällen sein, den Energieverbrauch zu senken: Je weniger Heizöl, Erdgas, Benzin oder Diesel verbraucht wird, desto weniger CO2-Kosten entstehen.

Fürs Heizen und Autofahren gibt es zudem Alternativen, für die gar kein CO2-Preis fällig wird. Beim Heizen sind das zum Beispiel Wärmepumpen und Pelletheizungen sowie die Heizungsunterstützung durch Solarthermie und Photovoltaik. Fürs Autofahren bieten sich neben Elektroautos und auch andere Verkehrsmittel an.

CO2-Preis: Tipps für Eigentümer*innen

Eigentümer*innen haben in der Regel mehr Möglichkeiten als Mieter*innen, um Mehrkosten durch den CO2-Preis zu vermeiden. Denn als Eigentümer*in können Sie auch die Heizanlage und die Gebäudehülle optimieren. Das geht mit ganz einfachen und kostengünstigen Maßnahmen wie dem Tausch der Heizungspumpe oder dem hydraulischen Abgleich. Beides wird mit 20 Prozent Zuschuss gefördert. Ist die Heizanlage schon in die Jahre gekommen, sollten Sie einen kompletten Tausch der Heizung prüfen. Dafür ist ein Zuschuss von bis zu 50 Prozent möglich, ab und an auch kombinierbar mit regionalen Förderungen.

Am meisten zahlt es sich aus, wenn Sie vor dem Heizungstausch für eine bessere Dämmung und dichtere Fenster sorgen. Dann reicht auch eine geringere Heizleistung aus. Dazu können Sie mit einem/r Energieberater*in einen Sanierungsfahrplan erstellen.

Photovoltaik und Elektromobilität kombinieren

Nicht nur die Heizkosten steigen durch den CO2-Preis. Auch Autofahren mit Benzin und Diesel wird teurer. Deswegen sollten Sie auch dort Sparpotenziale prüfen. Als Eigentümer*in haben Sie eine besonders lukrative Option: Sie können den Treibstoff für Ihr Auto selbst produzieren – mit einer Photovoltaikanlage und einem Elektroauto. Über eine Wallbox können Sie Ihr Elektroauto kostengünstig laden. So entstehen keinerlei zusätzliche Kosten durch den CO2-Preis.

(c) IBC SOLAR

CO2-Preis: Tipps für Mieter*innen

Auch als Mieter*in können Sie zusätzliche Kosten durch den CO2-Preis vermeiden. In der Regel ist das Sparpotenzial beim Heizen am größten: Etwa 90 Prozent aller Haushalte in Deutschland zahlen mehr als nötig. Wie groß Ihr persönliches Potenzial ist, können Sie mit dem Heizkosten-Rechner herausfinden. Falls Sie lieber gleich mit dem Sparen beginnen wollen: Wir haben die besten Tipps für einen niedrigeren Heizenergieverbrauch zusammen gestellt.

CO2-Preis: Tipps für Autofahrer*innen

Falls Sie Autofahrer*in sind, gibt es weitere Möglichkeiten für einen möglichst niedrigen CO2-Preis:

Autor: Jens Hakenes

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