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Heizkörper: Funktion, Typen, Austausch & Bedienung

Ob beim Hausbau oder in der Wohnung: Heizkörper sind ein wichtiger Bestanteil der Heizung. Sie sollen nicht nur effizient laufen, sondern auch gut aussehen. Welche Arten es gibt, was Eigentümer*innen über die Funktionsweise, Kosten und Sparmöglichkeiten wissen sollten. Jetzt im Überblick.

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Sind Ihre Heizkosten zu niedrig oder zu hoch? Überprüfen Sie in wenigen Minuten Ihre Heizkosten und den Heizenergieverbrauch Ihres Gebäudes.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Heizkörper: Wärmeübertragung über Konvektions- und Strahlungswärme
  • bei hohem Anteil an Strahlungswärme niedrigere Raumtemperatur möglich und so weniger Heizkosten
  • Größe der Heizkörper abhängig von Hausgröße und Dämmungsgrad
  • alte Heizkörper gegen effizientere austauschen, um Heizkosten zu sparen
  • Heizkörper reinigen und entlüften ist gut fürs Raumklima und spart Heizkosten 

Welche Aufgabe haben Heizkörper?

Heizkörper sind Teil eines Heizsystems. Dieses besteht aus der zentralen Heizungsanlage wie zum Beispiel einem Gas- oder Ölkessel, eventuell einem Speicher, Rohrleitungen und mehreren Heizkörpern. Heizkörper übertragen die Wärme aus dem Heizsystem in die Innenräume. Damit das funktioniert, werden sie von einem Heizmedium durchflossen. Wasser ist das gängige Medium, das die Wärme im Heizkreislauf verteilt.

Wie funktioniert ein Heizkörper?

Heizkörper werden von Heizwasser durchflossen, das mittels einer Pumpe vom zentralen Wärmeerzeuger über die Rohrleitungen zum Heizkörper geführt wird:

  • Das warme Wasser strömt am Eingangsventil (Vorlauf) des Heizkörpers ein.
  • Beim Durchlauf durch den Heizkörper kühlt das Heizwasser ab.
  • Das abgekühlte Wasser strömt durch den Rücklauf wieder aus und wird im zentralen Wärmeerzeuger erneut auf Temperatur gebracht.

Wie viel Wärme ein Heizkörper abgibt, hängt von seiner Bauart und Größe ab sowie von der Menge und Temperatur des Wassers, das ihn durchfließt. Reguliert wird dieser Vorgang durch die Heizkörperventile beziehungsweise die Thermostate.

Strom statt Wasser: Elektrische Heizkörper

Zusätzlich zu wassergefüllten Heizkörpern gibt es auch Elektroheizkörper. Sie werden mit Strom betrieben. Meistens sind elektrische Heizkörper nicht an ein zentrales Heizsystem angeschlossen. Die durch den Strom erzeugte Wärme wird entweder

  • direkt an den Raum abgegeben (Stromdirektheizung) oder
  • im Elektroheizkörper gespeichert (Stromspeicherheizung).

Wie geben Heizkörper die Wärme an die Umgebung ab?

Es gibt zwei unterschiedliche Prinzipien der Wärmeübertragung durch Heizkörper – Konvektion und Strahlung.

  • Bei der Konvektion oder auch Konvektionswärme gibt der Heizkörper die Wärme über die Luft an den Raum ab. Kalte Luft strömt von unten zum Heizkörper und kommt als warme Luft oben wieder heraus. Im Raum strömt die warme Luft zur Decke, kühlt dort ab und fällt als kühle Luft wieder zum Boden.
  • Bei der Strahlungswärme erwärmen sich Wände, Decken oder Gegenstände im Raum. Die Heizkörper strahlen Wärme in Form von elektromagnetischen Wellen aus dem Infrarotbereich ab und heizen feste Körper im Raum auf. Für Menschen ist dies als Wärmestrahlung spürbar.

Was ist besser: Konvektions- oder Strahlungswärme?

Das Verhältnis von Konvektions- und Strahlungswärme variiert je nach Heizkörperart.

Beide Arten der Wärmeübertragung haben Vor- und Nachteile. Jedoch empfinden viele Menschen Strahlungswärme als sehr angenehm. Sie erzeugt schon bei geringen Raumtemperaturen ein warmes Gefühl. Deshalb kann die Temperatur im Raum um rund zwei Grad reduziert werden – das spart Heizkosten. Die Entwicklung moderner Heizkörper setzt sich deshalb auch zum Ziel, den Strahlungsanteil zu erhöhen.

Die Nachteile der Konvektionswärme sind:

  • ein Temperaturgefälle im Raum: Unten ist es kälter als oben.
  • eine Luftzirkulation im Raum und das Gefühl, dass es ein wenig zieht.
  • Staub wird aufgewirbelt, was besonders Allergiker*innen stört.

Vorteile von Konvektions- und Strahlungswärme im Überblick

Strahlungswärme Konvektionswärme
  • Es entsteht eine gleichmäßige Wärme im Raum.
  • Viele Menschen empfinden die Wärme als sehr behaglich.
  • Die Raumlufttemperatur wird höher empfunden, als sie tatsächlich ist. Die Temperatur im Raum kann um bis zu 2 °C reduziert werden. Das spart Heizkosten.
  • Es wird kein Staub aufgewirbelt.
  • Langsames Aufheizen von Räumen
  • Schnelle Reaktionszeiten: d.h. schnelles Aufheizen von Räumen

Welche Heizkörperarten gibt es?

Die Vielfalt an Heizkörpern und Heizflächen ist sehr groß. Sie unterscheiden sich in Bauart, Größe, Art der Wärmeübertragung, Effizienz und den Kosten.

Bei wasserführenden Heizkörpern und Heizflächen werden hauptsächlich fünf Arten unterschieden:

  • Gliederheizkörper
  • Plattenheizkörper
  • Röhrenheizkörper
  • Konvektoren
  • Niedertemperatur-Heizkörper
  • Flächenheizung: Fußbodenheizung, Wandheizung, Deckenheizung

Gliederheizkörper: Aufbau und Funktionsweise

Gliederheizkörper sind die Klassiker unter den Heizkörpern. Vielen sind sie auch unter dem älteren Begriff Rippenheizkörper bekannt.

Gliederheizkörper sind aus formgleichen Säulen beziehungsweise Gliedern aufgebaut, in denen sich der Wärmeträger Wasser befindet. Sie variieren in:

  • Anzahl und Höhe der Glieder
  • Bautiefe und Baulänge
  • verwendetem Material: Stahl oder Gusseisen

Art der Wärmeabgabe

Gliederheizkörper geben Wärme als Konvektions- und Strahlungswärme ab. Der Anteil der Strahlungswärme liegt bei etwa 20 bis 30 Prozent.

Wie viel kosten Gliederheizkörper?

Standardmodelle von Gliederheizkörpern erhalten Sie schon ab etwa 100 Euro. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Den Preis bestimmen folgende Faktoren:

  • Material
  • Form und Anzahl der Glieder
  • Farbe
  • Design

Welche Vor- und Nachteile haben Gliederheizkörper?

VorteileNachteile
  • robuste Heizkörper
  • Anzahl der Glieder nach Heizbedarf bestimmbar
  • günstige Standardmodelle
  • einfache Montage
  • für Häuser, Wohnungen und Büroräume geeignet
  • kombinierbar mit modernen Heizsystemen
  • lange Abkühl- und Aufwärmphasen
  • höhere Vorlauftemperaturen können Heizkosten erhöhen
  • großer Anteil an Konvektionswärme kann zu trockener Raumluft im Winter führen
  • Staubaufwirbelungen können besonders Allergiker belasten

Plattenheizkörper: Aufbau und Funktionsweise

Plattenheizkörper, auch Flachheizkörper oder Kompaktheizkörper genannt, sind in deutschen Haushalten sehr verbreitet. Seit den 1980ern setzten sie sich mehr und mehr gegen die Gliederheizkörper durch.

Plattenheizkörper bestehen in ihrer einfachsten Form aus einer glatten oder leicht profilierten Heizplatte, durch die Wasser strömt. Im Normalfall werden die Heizkörper aus zwei bis zu drei senkrechten Heizplatten mit dazwischenliegenden Konvektionsblechen gebaut. Die Konvektionsbleche (Lamellenaufsatz) sind gefaltet, so dass Luft hindurchströmen kann. Das verwendete Material ist Stahlblech.

Typenbezeichnung von Plattenheizkörpern

Welchen Aufbau ein Plattenheizkörper hat, lässt sich anhand der Typenbezeichnung erkennen. Der Plattenheizkörper-Typ wird mit einer zweistelligen Zahl angegeben. Die erste Zahl gibt die Anzahl der Heizkörperplatten an, die zweite die Anzahl der Konvektorbleche wie zum Beispiel:

  • Heizkörper Typ 11: Der Flachheizkörper besitzt eine Heizkörperplatte und ein Konvektorblech.
  • Heizkörper Typ 21: Der Flachheizkörper besitzt zwei Heizkörperplatten und ein Konvektorblech.
  • Heizkörper Typ 22: Der Flachheizkörper besitzt zwei Heizkörperplatten und zwei Konvektorbleche.
  • Heizkörper Typ 33: Der Flachheizkörper besitzt drei Heizkörperplatten und drei Konvektorbleche.

Plattenheizkörper – mehr Konvektions- oder Strahlungswärme?

Mit zunehmender Anzahl an Platten- und Konvektionsblechen nimmt neben der Heizleistung auch der Anteil der Konvektionswärme zu. Den höchsten Anteil an Strahlungswärme erreicht ein Flachheizkörper mit einer Platte ohne Konvektionsblech (Typ 10). Der Anteil der Strahlungswärme kann hier bis zu 70 Prozent betragen. Bei einer Platte mit Konvektionsblech liegt der Strahlungswärmeanteil etwa bei 50 Prozent.

Wie viel kosten Plattenheizkörper?

Standardgrößen für Plattenheizkörper gibt es bereits ab 100 bis 400 Euro. Jedoch variieren die Kosten stark je nach Größe und Heizleistung (Heizkörpertyp). Den Preis bestimmen folgende Faktoren:

  • Heizkörpertyp (Anzahl der Platten und Konvektorbleche)
  • Größe
  • Design
  • Sonderanfertigungen

Überblick: Vor- und Nachteile von Plattenheizkörpern

VorteileNachteile
  • vergleichsweise günstiger Anschaffungspreis
  • in vielen Größen erhältlich: in Breiten von rund 40 bis 200 cm
  • viele Varianten: Quer- und Hochformate, unterschiedliche Farben
  • gut für Niedertemperatursysteme geeignet, z. B. Brennwertheizungen oder Wärmepumpen
  • angenehmes Raumklima: je nach Bauart ein Strahlungswärmeanteil bis zu 70 Prozent
  • höherer Wirkungsgrad als Gliederheizkörper, geringerer Wasserbedarf bei gleicher Wärmeleistung. So kann im Vergleich Energie gespart werden.
  • Reinigung der Konvektionsbleche ist mühsam
  • Aufwirbeln von Staubpartikeln, wenn der Konvektionsanteil hoch ist

Röhrenheizkörper: Aufbau und Funktionsweise

Röhrenheizkörper sind eine Weiterentwicklung der Gliederheizkörper. Sie bestehen aus vielen vertikal oder horizontal angeordneten Röhren, durch die das Heizungswasser fließt. Sie werden aus Stahlblech gefertigt und lassen sich in vielen Bauhöhen und Bautiefen gestalten. Es gibt sie als Wandheizkörper in Wohnbereichen und Fluren. Sehr beliebt sind sie als Badeheizkörper und hier gleichzeitig als Handtuchhalter.

Art der Wärmeangabe

Die Wärme geben Röhrenheizkörper je nach Bauform zu unterschiedlichen Teilen in Form von Konvektions- und Strahlungswärme an den Raum ab. Konstruktionsbedingt kann der Anteil an Konvektionswärme überwiegen.

Wie viel kosten Röhrenheizkörper?

Auch bei den Röhrenheizkörpern variieren die Kosten je nach Bauform und Hersteller. Kleine Badheizkörper gibt es schon ab etwa 100 Euro, hochwertige Standardgrößen sind ab 200 bis 300 Euro erhältlich. Die Preise für größere Modelle liegen bei etwa 1.000 Euro. Nach oben sind die Grenzen offen, vor allem bei Sonderanfertigungen.

Welche Vor- und Nachteile bieten Röhrenheizkörper?

VorteileNachteile

  • große Auswahl an Größen und Bauformen
  • auch für kleine Räume geeignet
  • einfache Reinigung
  • kann als Heizkörper-Handtuchhalter genutzt werden

  • Staubaufwirbelung
  • müssen bei niedrigen Vorlauftemperaturen sehr groß dimensioniert werden, deshalb nicht ideal für die Kombination mit Wärmepumpen
  • je nach Bauart und Montage überwiegend Konvektionswärme

Konvektoren: Aufbau und Funktionsweise

Konvektoren bestehen aus dicht aufgereihten Stahlblech-, Aluminium- oder Kupferlamellen, die rings um ein wasserführendes Rohr angebracht sind. Verkleidet ist die Innenkonstruktion mit einem Blechgehäuse.

Konvektoren sind extrem niedrige Heizkörper und meist nur etwa 25 Zentimeter hoch. Sogenannte Unterflurkonvektoren sind besonders flache Konvektor-Heizkörper. Sie sind im Boden eingelassen und eignen sich sie vor allem für den Einbau vor großen Fensterflächen.

Art der Wärmeübertagung

Die Wärmeübertragung funktioniert fast ausschließlich durch Lufterwärmung (Konvektion). Konvektoren geben keine nennenswerte Strahlungswärme ab. Im Betrieb strömt kühle Luft von unten in die Lamellenzwischenräume, die sich an den Lamellen erwärmt und oben als warme Luft emporsteigt.

Wie viel kosten Konvektor-Heizkörper?

Die Preise der Konvektor-Heizkörper hängen neben der Bauart von der Größe und der Ausstattung ab. Die Heizkörper kosten etwa 150 bis 500 Euro. Unterflurkonvektoren gibt es ab 800 bis zu über 2.000 Euro.

Vorteile und Nachteile: Konvektoren

VorteileNachteile
  • platzsparende Bauform
  • schnelle Reaktionszeit, sie heizen die Raumluft schnell auf
  • kompakte Heizkörper mit hoher Leistung
  • erhöhte Staubaufwirbelung
  • die Lamellen lassen sich schwer reinigen
  • evtl. Geräusche durch integrierte Ventilatoren

Niedertemperatur-Heizkörper: Aufbau und Funktionsweise

Niedertemperatur werden auch Tieftemperatur- oder Wärmepumpen-Heizkörper genannt. Sie basieren auf dem physikalischen Prinzip, dass mit größeren Heizflächen und niedriger Heiztemperatur dieselbe Wärmeabgabe erzielt werden kann, wie bei hohen Heiztemperaturen mit kleineren Abgabeflächen. Daher kommen sie in Heizsystemen mit niedrigen Vorlauftemperaturen (etwa 35 bis 45 Grad Celsius zum Einsatz Hierzu gehören vor allem Brennwertkessel und Wärmepumpen.

  • Material: Aluminium oder profiliertes Stahlblech
  • Aufbau: flache Platten mit vergleichsweise großen Flächen

Niedertemperatur-Heizkörper können auch mit integrierten Lüfter (Gebläse) ausgestattet sein. Das ist häufig der Fall bei kleineren Heizflächen. Heizkörper mit Gebläse können so auch gut in kleineren Räumen eingesetzt werden.

Art der Wärmeübertragung

Die Wärme wird als Strahlungswärme von der Heizfläche in den Raum und als Konvektion an die Raumluft übertragen. Die Lüfter verstärken die Wärmekonvektion von Niedertemperatur-Heizkörpern.

Wie viel kosten Niedertemperaturheizkörper?

Die Kosten für Niedertemperaturheizkörper variieren je nach Größe der Heizfläche, Bauart, Design. Preise für kleine Standardausführungen beginnen bei etwa 100 Euro, größere Heizkörper kosten über 300 Euro und je nach Ausführung auch mehr als 800 Euro.

Vorteile von Niedertemperaturheizkörpern

  • für Heizsysteme mit niedrigen Vorlauftemperaturen, zum Beispiel als Heizkörper für Wärmepumpen
  • geringer Energieverbrauch
  • effiziente Wärmesteuerung
  • Heizkörper reagiert schnell beim Ein- und Ausschalten
  • kurze Aufwärmzeit

Flächenheizung: Aufbau und Funktionsweise

Fußbodenheizung, Deckenheizung und Wandheizung sind sogenannte Flächenheizungen. Bei diesen Heizungen werden flexible wasserführende Heizungsrohre in den Fußboden, die Decke oder Wand integriert. So können sie die Wärme im Gegensatz zu Heizkörpern großflächig an den Raum abgeben. Das gängigste Heizsystem dieser Art ist die Fußbodenheizung.

Art der Wärmeübertagung

Flächenheizungen erzeugen zu einem großen Teil Strahlungswärme. Dadurch verteilt sich die Wärme sehr gleichmäßig im Raum. Das empfinden viele Menschen als sehr angenehm.

Welche Vorteile bieten Flächenheizungen?

Flächenheizungen arbeiten bei fachgerechter Installation effizient. Aufgrund der großflächigen Wärmeübertragung lassen sich mit geringer Heiztemperatur trotzdem angenehme Raumtemperaturen erzeugen. Somit werden geringere Vorlauftemperaturen der Heizungsanlage benötigt, was den Energieaufwand und die Heizkosten senkt.

Bei Fußbodenheizung beträgt die Vorlauftemperatur zum Beispiel weniger als 45 Grad. In älteren Häusern mit vergleichsweise kleinen Heizkörpern muss dagegen mit mittleren bis hohen Vorlauftemperaturen zwischen 55 und 90 Grad geheizt werden. Flächenheizungen werden deshalb auch Niedrigtemperaturheizungen genannt.

Vor- und Nachteile von Flächenheizungen im Überblick

VorteileNachteile
  • niedrige Vorlauftemperatur senkt die Heizkosten
  • gleichmäßige Wärmeverteilung
  • Ästhetik: es gibt keine sichtbaren Heizkörper
  • angenehme Wärme
  • gutes Raumklima: keine Luft- und Staubverwirbelungen kommen vor allem der Gesundheit von Allergiker*innen zugute
  • hohe Kosten vor allem bei der Nachrüstung im Altbau und bei Modernisierungen
  • hohe Kosten bei Reparaturen möglich: z. B. bei einem Leck oder verstopften oder korrodierten Heizungsrohren.
  • Flächenheizungen sind reaktionsträge und haben lange Vorlaufzeiten, bis ein Raum warm wird.

Lesen Sie im Artikel über Fußbodenheizungen mehr zu Funktion, Arten und Einsatzbereichen.

Fußbodenheizung oder Heizkörper: Was ist besser?

Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten. Viele Faktoren spielen eine Rolle. Wenn Sie neu bauen, sollten Sie die Möglichkeiten einer Fußbodenheizung mit Heizungsexpert*innen durchsprechen.

Wie viel kosten Heizkörper?

Die Preise der Heizkörper variieren je nach Größe. Hier erhalten Sie einen Überblick von kleinen Standardmodellen bis zu größeren Modellen. Besondere Designausführungen können auch deutlich mehr kosten.

HeizkörperKosten
Gliederheizkörper50 bis 400 Euro
Plattenheizkörper100 bis 400 Euro
Röhrenheizkörper150 bis 300 Euro
Konvektoren (Überflur) 150 bis 500 Euro
Konvektoren (Unterflur) 800 bis über 2.000 Euro
Niedertemperatur-Heizkörper 100 bis über 800 Euro

Quelle: Herstellerangaben

Welche Heizkörper eignen sich für welche Einsatzgebiete?

Die Wahl der Heizkörper hängt von mehreren Faktoren ab:

  • ästhetische Gesichtspunkte,
  • gewünschtes Raumklima,
  • Funktion des Raumes,
  • bauliche Besonderheiten,
  • Kosten und Energieeffizienz,
  • Art der Heizsysteme und deren Vorlauftemperaturen

Hier erhalten Sie einen Überblick, wofür sich welche Heizkörperart besonders eignet. Im Detail sollten Sie sich immer von Heizungsexpert*innen beraten lassen.

Plattenheizkörper: der Allrounder

Plattenheizkörper sind die am häufigsten eingebauten Heizkörper. Sie eignen sich für den Altbau ebenso wie für den Neubau. Manche Modelle können mit niedrigen Vorlauftemperaturen auskommen, wenn sie ausreichend groß dimensioniert sind. Sie sind mit fast allen Heizungsanlagen kompatibel und eignen sich zum Beispiel als Heizkörper für Gasheizungen, Ölheizungen, KWK-Anlagen und auch für den Einsatz mit einer Wärmepumpe.

Gliederheizkörper: der Klassiker

Moderne Gliederheizkörper aus Stahl können mit verschiedenen Heizungsarten verwendet werden. Zum Teil kommen sie auch mit geringeren Vorlauftemperaturen aus. Ältere Gliederheizkörper fordern jedoch eine hohe Systemtemperatur. Wärmepumpen kommen eher nicht infrage.

Röhrenheizkörper: optimal als Badheizkörper

Sie eignen sich abhängig von ihrer Größe für verschiedene Heizungsarten. Vor allem werden sie als Badheizkörper eingesetzt und dort oft ergänzend zu einer Fußbodenheizung genutzt. Für Wärmepumpen sind sie wie die Gliederheizkörper eher ungeeignet.

Konvektoren: für räumliche Besonderheiten

Konvektoren-Heizkörper sind mit hohen Energiekosten verbunden. Deshalb eignen sie sich nicht als ausschließliches Heizsystem, sondern für besondere räumliche Situationen. Unter großen Fensterflächen wirken sie kalter Fallluft entgegen. In sehr kleinen Räumen sorgen sie schnell für Wärme.

Niedertemperatur-Heizkörper: effiziente Wärmeabgabe

Niedertemperatur-Heizkörper passen in Heizsysteme mit niedrigen Vorlauftemperaturen (ca. 35 bis 45 °C). Hierzu gehören Niedertemperaturkessel, Brennwertkessel, Wärmepumpen und Solarheizanlagen. Niedertemperaturheizkörper geben die Wärme effizient ab und sparen Heizenergie und somit auch Heizkosten ein.

Flächenheizungen: die Effizienten

Mit Flächenheizungen lassen sich Heizkosten einsparen. Die Voraussetzung dafür ist, dass sie fachgerecht ausgelegt und installiert sind und rund laufen. Fußboden-, Decken- und Wandheizungen kommen aufgrund der großen Heizflächen mit niedrigen Vorlauftemperaturen aus. Daher sind sie ideal für Heizsysteme wie Wärmepumpen, Anlagen mit Solarthermie zur Heizungsunterstützung und Brennwertkessel.

Wie groß muss ein Heizkörper sein?

Die Größe eines Heizkörpers ist relevant, damit die Heizfläche auch bei Frost ausreicht, um die Räume warm zu halten. Die exakte Berechnung der Heizflächengröße sollten Sie jedoch Expert*innen überlassen. Architekt*innen oder Heizungsbauer*innen sind dafür verantwortlich. Dennoch kann es sinnvoll sein, sich als Eigentümer*in einen Überblick über die Thematik zu verschaffen.

Heizkörper berechnen und Fehler vermeiden

  • Wenn Ihre Heizkörper zu klein dimensioniert sind oder es zu wenige gibt, werden die Räume im Haus nicht richtig warm, obwohl Ihre Heizungsanlage auf Volltouren läuft.
  • Wenn Ihre Heizkörper jedoch zu groß sind oder es zu viele gibt, dann heizt sich Ihr Haus schnell auf und es kann zur Überwärmung kommen. Die Folge sind hohe Energiekosten und eine steigende persönliche CO2-Bilanz.

Heizkörper berechnen – die wichtigsten Begriffe

Hier finden Sie die wichtigsten Größen und Zusammenhänge im Überblick.

  • Die Heizkörper-Maße (Länge x Breite x Höhe) sagen nur begrenzt etwas über die Heizkörperleistung aus – also über die Wärmeleistung, die ein Heizkörper erbringen muss, um einen Raum auf die gewünschte Temperatur zu erwärmen. Die verschiedenen Heizkörper bedingen sehr verschiedene, kaum vergleichbare Baugrößen. Die entscheidende Größe ist die Heizkörperleistung, diese ist durch die Wattzahl des Heizkörpers gekennzeichnet.
  • Bevor die Heizleistung der einzelnen Heizkörper ermittelt wird, muss der Wärmebedarf festgestellt werden. In der Fachsprache wird hier von der Heizlast, der Heizleistung oder dem Heizleistungsbedarf gesprochen. Das ist die notwendige Leistung, um die gewünschte Temperatur in den jeweiligen Räumen bei der kältesten zu erwartenden Außentemperatur zu halten.
  • Heizlasten werden für Gebäude und Räume berechnet, um die Heizkörper und das Heizungsrohrsystem mit Wärmeerzeuger zu dimensionieren. Die Heizlast variiert je nach Hausgröße und Dämmungsgrad (ungedämmter Altbau, sanierter Altbau, Neubau, Niedrigenergiehaus).
  • Für die Auslegung der Heizflächen (Heizkörper) eines Raumes muss vorher die Raum-Heizlast berechnet werden. Sie hängt nicht nur von der Größe der zu beheizenden Räume ab, sondern auch von der Raumhöhe, der Dämmung, dem Zustand der Fenster und Türen.
  • Die DIN EN 12831 beschreibt das Verfahren zur Berechnung der Heizlast für die Auslegung der Heizflächen in Räumen sowie für die Auslegung der gesamten Heizungsanlage. Die Heizlast muss grundsätzlich nach der DIN EN 12831 rechtssicher berechnet werden.

Wann lohnt es sich Heizkörper auszutauschen?

Heizkörper können in die Jahre kommen, reaktionsträge werden und aus verschiedenen Gründen nicht effizient laufen. In folgenden Fällen sollten Sie ihre Heizkörper austauschen:

  • Ablagerungen aus Kalk und Schmutz im Inneren der Heizkörper führen zu Reaktionsträgheit und steigenden Heizkosten.
  • Bei einer energetischen Sanierung ihres Hauses: Mit neuer Dämmung zum Beispiel sinkt der Wärmebedarf und es kann sein, dass die alten Heizflächen zu groß sind.
  • Ihre Heizkörper passen nicht mehr zur Heizungsanlagen: Zum Beispiel eignen sich alte Heizkörper nicht für Wärmepumpen.
  • Alte Gliederheizkörper aus Gusseisen laufen nicht effizient und sollten bei einer Heizungssanierung ausgetauscht werden.

Einen Austausch von Heizkörpern im Heizsystem sollten Expert*innen übernehmen.

Welche Kosten entstehen für Heizkörper und Austausch?

Im Durchschnitt müssen Sie mit für das Tauschen der Heizkörper mit Kosten von rund 500 Euro pro Stück rechnen. Dieser Schätzwert setzt sich aus den Gerätekosten und den Kosten für den Heizkörpertausch durch Fachkräfte zusammen. Die Kosten hängen jedoch auch sehr stark von den örtlichen Gegebenheiten wie Art und Lage der Anschlüsse der Heizkörper ab. Auch die Preise für Heizkörper sind sehr unterschiedlich. Sie variieren stark, je nach Größe, Heizkörperart, Material und individuellen Designwünschen.

Fördermittel für Heizkörperaustausch

Für die Optimierung der Heizung bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eine Förderung an.

  • Im Rahmen der Programme KfW 430 und KfW 151/152 wird der Austausch vorhandener Heizkörper gegen Niedertemperaturheizkörper und Heizleisten gefördert.
  • Auch die professionelle Beratung beim Planen und Umsetzen einer energetischen Sanierung kann mit dem KfW-Programm 431 gefördert werden.
  • Außerdem: Die Lohnkosten der Handwerker für den Heizkörperaustausch können Sie von der Steuer absetzen. Nähere Informationen erhalten Sie direkt beim Finanzamt.

Wichtig! Wer eine staatliche Förderung für Heizungen nutzen will, muss diese vor Beginn der Umbauten mithilfe einer Energieberatung veranlassen. Die Bedingungen finden Sie auf der Website der KfW.

Bundesförderung für effiziente Gebäude

Der Bund hat Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen seit 2021 gebündelt, um Maßnahmen von KfW und BAFA übersichtlich anzubieten. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt auch Flächenheizungen, sofern ein hydraulischer Abgleich integriert ist. In unserer Übersicht zu den Fördermöglichkeiten über das BEG finden Sie Informationen über mögliche Projekte und den Antragsprozess.

Sie wollen Ihre Heizung optimieren?

Finden Sie heraus, ob Sie Fördermittel für Ihre geplanten Modernisierungsmaßnahmen oder Bauvorhaben erhalten. Mit dem FördermittelCheck erhalten Sie einen Überblick über passende Förderprogramme der Kommune, des Landes und des Bundes. Einen detaillierten Überblick über Fördergegenstände, Förderbedingungen und Antragsmodalitäten bietet Ihnen der Artikel zur Förderung der Heizungsoptimierung.

Wie reinige ich Heizkörper?

Oft werden die Heizkörper beim Frühjahrsputz vergessen. Doch das regelmäßige Reinigen der Heizkörper trägt wesentlich zu einem gesunden Raumklima bei. Außerdem lassen sich Kosten sparen, weil die Heizkörper effizienter laufen.

  • Besseres Raumklima: Besonders bei Heizkörpern, die vor allem Konvektionswärme erzeugen, wird die Raumluft durch thermische Konvektion permanent in Bewegung gehalten. Befindet sich viel Staub auf den Heizkörpern, wird dieser in den Raum gewirbelt.
  • Geld einsparen: Ablagerungen und Staub auf Heizkörpern wirken wie ein Isolator und können den Wirkungsgrad des Heizkörpers vermindern. Schmutz, der über lange Zeit nicht entfernt wird, kann zur sogenannten Verschwelung führen und dauerhaft die Heizleistung reduzieren. Das führt auch zu höheren Energiekosten.

In drei Schritten zu sauberen Heizkörpern

Diese Arbeit lohnt sich immer zu Beginn der Heizperiode:

  • Obere Heizkörper-Abdeckung entfernen
  • Heizkörper von oben aussaugen
  • Konvektionskanäle mit Heizkörperreiniger und Heizkörperbürste säubern 

Oder besser mit Videoanleitung? Hier sind die einzelnen Schritte erläutert:

Mehr Tipps zum Reinigen der Heizkörper erfahren Sie im Artikel zu den häufigsten Heizungsproblemen und ihren Lösungen. Wenn Sie eine Fußbodenheizung besitzen, können Sie sie nicht auf diese Weise reinigen, sondern müssen sie entlüften. Wie Sie dabei vorgehen sollten, lesen Sie im Abschnitt Fußbodenheizung entlüften.

Wie entlüfte ich einen Heizkörper?

Ihr Heizkörper wird nicht warm oder macht Geräusche? Das kann an zu viel Luft im Heizkörper liegen. Indem Sie den Heizkörper entlüften, kann die Luft entweichen und das Wasser wieder zirkulieren. Gerade vor Beginn der Heizperiode ist es sinnvoll, die Heizkörper zu entlüften.

Hinweis: Falls Sie mehrere Heizkörper in ihrem Haus entlüften, prüfen Sie an Ihrer Heizungsanlage, ob sich noch genug Wasser im Heizkreislauf befindet. Wenn nicht, füllen Sie Wasser nach der Bedienungsanleitung nach oder besser: lassen das durch den Wartungsdienst erledigen.

Eine genaue Anleitung finden Sie im Artikel „Heizung entlüften: So geht's“.

Heizkörperthermostate richtig nutzen und Heizkosten sparen

Ein Thermostat regelt den Durchfluss des Heizungswassers am Heizkörper. Mit ihnen lässt sich nicht nur die Temperatur regeln, sondern es lassen sich auch Heizkosten sparen.

Welche Arten gibt es? Was sind Vor- und Nachteile? Wie nutzen Sie Thermostate richtig? Wie tauschen Sie Thermostate aus? Antworten auf diese Fragen finden Sie in unserem Dossier über Thermostate.

Wie viel Heizkosten können Sie sparen?

Behalten Sie dauerhaft den Überblick über den Energieverbrauch in Ihrem Haushalt mit dem digitalen Energiesparkonto! Dort können Sie alle Zählerstände sammeln und überprüfen, ob Ihre umgesetzten Sparmaßnahmen Wirkung zeigen.

Autorin: Ursula Schmidt

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