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Heizkostenabrechnung: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Einmal im Jahr liegt sie im Briefkasten: die Heizkostenabrechnung. Doch was dort aufgelistet ist, sorgt bei Mieter*innen und Hausbesitzer*innen regelmäßig für Ratlosigkeit. Wir haben für Sie die wichtigsten Infos zur Heizkostenabrechnung zusammengestellt. Neben Tipps zu Kosten, Fristen und häufigen Fehlern erhalten Sie außerdem eine anschauliche Muster-Heizkostenabrechnung. Und ob Ihr Heizenergieverbrauch und Ihre Kosten im Vergleich zu anderen Haushalten gering oder hoch sind, zeigt Ihnen unser interaktiver Heizkostenrechner.

Berechnen Sie jetzt Ihre Heizkosten und Ihren Energieverbrauch

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Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Heizkostenverordnung macht formelle und inhaltliche Vorgaben für Heizkostenabrechnungen
  • nur ein Teil der Heizkosten darf nach Verbrauch abgerechnet werden
  • viele Heizkostenabrechnungen enthalten Fehler
  • Mieter*innen dürfen Unterlagen einsehen und können Widerspruch einlegen

Wie werden die Heizkosten berechnet?

Die Abrechnung der Heizkosten ist in der Heizkostenverordnung geregelt. Sie gilt für alle Gebäude mit einer zentralen Heizungs- und Warmwasserversorgungsanlage, deren Kosten auf mehrere Mieter*innen oder Eigentümer*innen verteilt werden und für Gebäude, die mit Fernwärme versorgt werden. Der/die Vermieter*in ist gesetzlich verpflichtet, den Verbrauch zu erfassen und eine verbrauchsabhängige Heizkostenabrechnung zu erstellen. Dafür müssen alle Wohnungen oder Heizkörper mit Erfassungssystemen, sogenannten Heizkostenverteilern oder Wärmemengenzählern ausgestattet sein. Bei Gebäuden mit zentraler Warmwasserbereitung muss der Warmwasserverbrauch mit Warmwasserzählern gemessen werden. Diese Messgeräte werden einmal jährlich abgelesen.

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Warum werden die Heizkosten aufgeteilt?

Heizkostenabrechnung, Taschenrechner, Mieter macht Notizen

Es ist gesetzlich geregelt, dass nur ein Teil der Heizkosten nach dem Verbrauch abgerechnet werden darf. Dieser Anteil liegt zwischen 50 und 70 Prozent und wird in der Regel von dem/der Vermieter*in festgelegt. Die restlichen 30 bis 50 Prozent der Kosten werden nach einem festen Maßstab verteilt – meist nach der Wohnfläche. Eine Stichprobe von co2online und dem Verbraucher-Ratgeber Finanztip zeigte Anfang 2019, dass die Heizungsabrechnung üblicherweise nach der Verteilung 70 zu 30 erfolgt. Der Grund für die Aufteilung der Heizkosten ist, dass auch Nebenkosten wie beispielsweise die Gebühren für Heizungswartung, Heizkostenverteilung, Betriebsstrom oder für den/die Schornsteinfeger*in anfallen. Außerdem müssen Wärmeverluste oder aber auch die Lage der Wohnungen innerhalb des Gebäudes berücksichtigt werden.

 

 

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Wie hoch wird die nächste Heizkostenabrechnung?

Das Wetter, die Energiepreise und das persönliche Heizverhalten – diese drei Faktoren ändern sich jedes Jahr und sie bestimmen wesentlich die Höhe Ihrer nächsten Heizkostenabrechnung. Keiner der drei Werte lässt sich exakt vorhersagen. Deshalb ist es schwierig, eine genaue Prognose für Ihre nächste Abrechnung zu erstellen.

Die Energie-Experten*innen von co2online schätzen, dass Bewohner*innen einer 70 Quadratmeter Wohnung in einem 501 bis 1.000 Quadratmeter großen Wohngebäude mit Erdgasheizung 2018 im Schnitt 765 Euro fürs Heizen zahlen werden. In einem Haus mit Heizölheizung werden es aufgrund steigender Preise vermutlich durchschnittlich 810 Euro sein; in einem fernwärmebeheizten Gebäude 870 Euro. Die Prognose stammt von Anfang Oktober 2018.

Die folgende Tabelle zeigt Ihnen, wie sich die durchschnittlichen Heizkosten in den vergangenen Jahren entwickelt haben. Verantwortlich für die Schwankungen sind viele Faktoren, vor allem: die Entwicklung der Energiepreise, das Wetter und die allgemeine Senkung des Heizenergieverbrauchs.

Heizkosten für 70 m2-Wohnung im Mehrfamilienhaus in Euro
AbrechnungsjahrErdgas Heizöl Fernwärme
Prognose für 2018765810870
2017790750895
2016 810665930
2015835755965
2014825930965

Wann kommt die Heizkostenabrechnung?

Die Heizkostenabrechnung umfasst in der Regel einen Zeitraum von einem Jahr. Dabei muss es sich aber nicht zwingend um ein Kalenderjahr handeln. Die Heizkostenabrechnung muss dann spätestens ein Jahr nach diesem Berechnungszeitraum vorliegen. Läuft der Zeitraum beispielsweise bis zum 31. Dezember 2019, muss die Abrechnung also spätestens am 31. Dezember 2020 im Briefkasten liegen. Kommt sie später, kann der/die Vermieter*in eventuelle Nachzahlungen nicht mehr geltend machen. Rückzahlungen an Mietparteien sind dagegen auch nach dieser Frist noch fällig.

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Was sind die Gründe für zu hohe Heizkosten?

Viele Mieter*innen zahlen unnötig hohe Heizkosten, weil Heizungsanlagen veraltet sind, unwirtschaftlich arbeiten oder Häuser nicht ausreichend wärmegedämmt sind. Häufig sind außerdem die Heiznebenkosten überhöht. Dazu gehören zum Beispiel der Betriebsstrom, die Gebühren für den Messdienstleister oder die Wartung der Heizungsanlage.

Auch die Lage der Wohnung innerhalb des Gebäudes spielt für die Kosten eine Rolle: In Wohnungen im Erdgeschoss oder unter dem Dach wird mehr Heizenergie benötigt als in Wohnungen in Zwischengeschossen. Besonders dann, wenn die Kellerdecke beziehungsweise das Dach nicht gedämmt sind. Wenn Sie prüfen wollen, ob Ihre Heizkosten zu hoch sind, können Sie dafür unseren Heizkostenrechner nutzen.

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Was sind die häufigsten Fehler bei der Heizkostenabrechnung?

Etwa 18 Millionen Heizkostenabrechnungen werden in Deutschland jedes Jahr verschickt. 37 Prozent sind eindeutig fehlerhaft und 32 Prozent sind mit Klärungsbedarf. Die häufigsten Fehler: Berechnung des Warmwasseranteils, Abrechnung des Brennstoffverbrauchs und unzulässige Heizungsbetriebskosten.

Da die Erstellung der Heizkostenabrechnung ein hohes Maß an Kompetenz erfordert, schleichen sich immer wieder Fehler ein. Bei einer Stichprobe von co2online und dem Verbraucher-Ratgeber Finanztip Anfang 2019 enthielten vier von fünf Heizkostenabrechnungen Auffälligkeiten oder Mängel. Bereits zuvor hatte eine Untersuchung der Verbraucherzentrale ergeben, dass nur rund ein Drittel der Heizkostenabrechnungen fehlerfrei ist. Häufige formelle und inhaltliche Fehler sind:

  • Die Abrechnung kommt verspätet.
  • Der Abrechnungszeitraum ist nicht korrekt.
  • Die Person oder Institution, die die Abrechnung erstellt hat, ist nicht genannt oder nicht autorisiert.
  • Der Verteilerschlüssel ist falsch oder fehlt ganz.
  • Der Brennstoffverbrauch ist falsch abgerechnet.
  • Der Warmwasseranteil ist falsch berechnet.
  • Die Verbräuche sind zu Unrecht geschätzt.
  • Bei einem Wechsel der Mietparteien sind die Kosten zwischen ein- und ausziehenden Mieter*innen falsch verteilt.
  • Bei der Wohnfläche sind zu viele Quadratmeter angesetzt.
  • Heizkosten für leerstehende Wohnungen wurden auf alle Mietparteien umgelegt.
  • Einzelne Nebenkosten sind auf der Abrechnung in einem Punkt zusammengefasst.
  • Es werden unzulässige Heizungsbetriebskosten berechnet.

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Welche Rechte haben Mieter*innen? Können sie Unterlagen bei dem/der Vermieter*in einsehen?

Rund um die Heizkostenabrechnungen kommt es häufiger zu Konflikten zwischen Mieter*innen und Vermieter*innen. Insbesondere natürlich, wenn hohe Nachzahlungen auf die Mietparteien zukommen. Zunächst einmal haben Mieter*innen ein Anrecht auf eine formal und inhaltlich korrekte Heizkostenabrechnung gemäß der Heizkostenverordnung. Heizkostenpauschalen sind grundsätzlich unzulässig.

Mieter*innen können bei ihrem/ihrer Vermieter*in oder der Hausverwaltung die Rechnungen und Unterlagen einsehen und kontrollieren, auf denen die Heizkostenabrechnung basiert. Dazu müssen sie sich innerhalb von vier Wochen nach Erhalt der Heizkostenabrechnung bei ihrem/ihrer Vermieter*in melden. Diese/r muss erlauben, dass Mieter*innen sich bei der Einsichtnahme Notizen machen oder die Unterlagen fotografieren. Die Belege können auch als Fotokopien versendet werden.

Entdecken Mieter*innen einen Abrechnungsfehler, können sie innerhalb eines Jahres Widerspruch gegen die Abrechnung einlegen.

Zu den Pflichten von Mieter*innen gehört andersherum, die Montage von Verbrauchszähler in ihren Wohnräumen zu akzeptieren.

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Wo kann ich meine Heizkostenabrechnung prüfen lassen?

Nicht immer gibt es mit der Heizkostenabrechnung für Mieter*innen eine Rückzahlung der Heizkosten – häufig erwartet sie eine Heizkostennachzahlung. Wenn Sie Zweifel an der Berechnung haben, können Sie die Heizkostenabrechnung prüfen lassen – zum Beispiel beim örtlichen Mieterverein. Die Adressdaten des Mietervereins in Ihrer Nähe finden Sie im „Online-Branchenbuch Rat und Tat“. Für Mitglieder ist das Prüfen der Heizkostenabrechnung in der Regel kostenlos. Natürlich können Sie sich gegen eine entsprechende Gebühr auch Rechtsbeistand bei einem Anwalt/einer Anwältin für Mietrecht holen.

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Wer erstellt die Heizkostenabrechnung?

Viele Vermieter*innen erstellen die Heizkostenabrechnung selbst. Besonders bei großen Immobilienbeständen werden jedoch oft externe Firmen beauftragt – sogenannte Messdienstleister –, die die Abrechnungen für den/die Vermieter*in und Hausverwaltungen erstellen. Die größten Messdienstleister sind KALO, Techem, Ista, Brunata und Minol. Generell ist es empfehlenswert, die Kosten für das Erstellen der Heizkostenabrechnung regelmäßig zu prüfen und möglichst mehrere Angebote zu vergleichen.

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Was steht auf der Heizkostenabrechnung?

(c) www.co2online.de | Phil Dera

Jede Heizkostenabrechnung beginnt mit der Aufstellung aller Heizkosten und der Nennung des Abrechnungszeitraums. Hier erfahren Sie in der Regel auch direkt, ob Sie nachzahlen müssen oder etwas zurückbekommen.

  • Ein erster Teil umfasst dann die Kosten für den Brennstoffkauf, also die Ausgaben für Gas, Öl oder Fernwärme und ggf. für deren Anlieferung.
  • Neben dem Energieverbrauch enthält die Heizkostenabrechnung auch die sogenannten Heiznebenkosten. Dazu zählen Wartungskosten der Heizung, Gebühren der Heizkostenverteilung und für den/die Schornsteinfeger*in sowie Betriebsstromkosten der Heizungsanlage. Auch die Kosten für die Verbrauchsmessung und für die Erstellung der Abrechnung werden hier gelistet.
  • Abschließend werden der tatsächliche Verbrauch und die Gesamtkosten genannt und mit der ebenfalls aufgeführten Vorauszahlung verrechnet. So bleibt am Ende der zu erstattende bzw. zu zahlende Betrag übrig.

Nicht über die Heizkosten abgerechnet werden dürfen allerdings Reparaturkosten und Kosten für Versicherungen und Finanzierung von Heizanlagen.

Grundsätzlich muss jede Kostenart einzeln aufgezeigt werden, sodass sie sofort erfasst und kontrolliert werden kann. Das gilt zum Beispiel für die Faktoren der Heizkostenverteiler. Auch der Verteilschlüssel, nach dem die verschiedenen Kosten auf die Mietpartei umgelegt werden, muss auf der Heizkostenabrechnung erläutert werden.

Checkliste: diese Informationen gehören in Ihre Heizkostenabrechnung:

✔ Wer die Abrechnung erstellt hat
✔ Abrechnungszeitraum
✔ Brennstoff- und ggf. Lieferkosten
✔ Alle Heiznebenkosten
✔ Verteilschlüssel
✔ Tatsächlicher Verbrauch
✔ Geleistete Vorauszahlung
✔ Zu zahlende bzw. zu erstattende Gesamtkosten

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Gibt es für Heizkostenabrechnungen ein Muster?

Unsere interaktive Muster-Abrechnung erklärt Ihnen verständlich alle Details Ihrer Heizkostenabrechnung. Sie hilft Ihnen, die Berechnungen besser zu verstehen und die relevanten Positionen zu erkennen. Fahren Sie mit der Maus auf die gekennzeichneten Punkte, dann erhalten Sie Informationen zu den jeweiligen Angaben.

Muster: Heizkostenabrechnung

Hier zeigen wir Ihnen ein Beispiel für eine Heizkostenabrechnung des Messdienstleisters KALO (KALORIMETA GmbH). Ihre Abrechnung kann im Detail anders aussehen und anders aufgebaut sein. Fragen zur Abrechnung von Techem, Ista, Brunata, Minol oder von weiteren Messdienstleistern richten Sie am besten direkt an die entsprechenden Unternehmen.

Interaktive Musterrechnung 2018 Haushaltsnahe Aufwendungen Das Einzelergebnis Berechnung Grundkostenverteilung Berechnung Verbrauchskostenverteilung Kosten für die Wassererwärmung Die Verteilung Die Gesamtkosten der Liegenschaft Allgemeine Kosten Das Einzelergebnis

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