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Betriebsstromkosten der Heizung verstehen und senken

In der Heizkostenabrechnung wird Verbrauchern neben dem Heizenergieverbrauch auch der Betrieb der Heizanlage in Rechnung gestellt. Allein für den Betriebsstrom der Heizung zahlen Mieter in Mehrfamilienhäusern durchschnittlich 25 Euro pro Jahr. Häufig könnte es weniger sein. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Betriebsstrom abgerechnet wird, welche Kosten angemessen sind und wie Sie sich gegen zu hohe Kosten wehren können. Mit unserem Heizkostenrechner HeizCheck können Sie zudem schnell prüfen, ob Ihre Betriebsstromkosten zu hoch sind.

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Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Betriebsstrom ist der Strom, der beim Betrieb der Heizungsanlage anfällt
  • wegen fehlender Stromzähler wird der Betriebsstrom oft geschätzt
  • Regel: der Betriebsstrom der Heizung darf nicht mehr als fünf Prozent der Kosten des Brennstoffeinkaufs betragen
  • Hocheffizienzpumpen senken den Stromverbrauch im Heizungskeller und werden staatlich gefördert

1. Definition: Was ist Betriebsstrom?

Heizungstechniker im Heizkeller.(c) Dan Race / Fotolia.com

Betriebsstrom ist der Strom, der beim Betrieb der Heizungsanlage anfällt – und zwar zum Großteil für die Heizungspumpe. Aber auch der Stromverbrauch für ergänzende Technik wie Brenner, Zeitschaltuhren und Wärmefühler wird als Betriebsstrom abgerechnet.

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2. Wer zahlt die Betriebsstromkosten?

In Mietshäusern müssen die Mieter die anfallenden Betriebsstromkosten tragen. Die Heizkostenverordnung besagt, dass diese Kosten „umlagefähig“ sind – sie können also über die Heizkostenabrechnung auf die Mietparteien aufgeteilt werden. Wichtig: Der Anteil, der von einer Mietpartei getragen werden muss, richtet sich nach dem Brennstoffverbrauch der jeweiligen Wohnung und nicht nach ihrer Quadratmeterzahl.

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3. Wie hoch sind die durchschnittlichen Betriebsstromkosten?

Jeder Haushalt in Deutschland zahlt im Jahr durchschnittlich 25 Euro für die in den Heiznebenkosten enthaltenen Betriebsstromkosten. Deutlich höher liegen die Kosten vor allem bei den Mietern, die Wärme und Warmwasser von veralteten Heizanlagen empfangen. Alte Heizungspumpen verbrauchen beispielsweise bis zu 80 Prozent mehr Strom als moderne, hocheffiziente Modelle. Das verursacht nicht nur hohe Betriebsstromkosten für die Mieter, sondern belastet zudem das Klima durch unnötig hohe CO2-Emissionen.

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4. Sind meine Betriebsstromkosten zu hoch?

Um herauszufinden, ob Ihre Betriebsstromkosten zu hoch sind, benötigen Sie Ihre Heizkostenabrechnung – dort sollten die Betriebsstromkosten ausgewiesen sein. Laut einem Gerichtsurteil des Bayerischen Obersten Landesgerichts aus dem Jahr 1997 dürfen die Kosten für den Betriebsstrom der Heizung nicht mehr als fünf Prozent der Kosten des Brennstoffeinkaufs betragen.

Außerdem können Sie mit unserem interaktiven Heizkostenrechner Ihre Betriebsstromkosten prüfen. Der Rechner bewertet zunächst die Heizkosten. Im zweiten Schritt können Sie mit dem Kostentest die Heiznebenkosten analysieren. Dazu gehören auch die Kosten für den Betriebsstrom. Klicken Sie dafür auf der Ergebnisseite des Heizkostenrechners auf „Kostentest“.

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5. Wie werden Betriebsstromverbrauch und Betriebsstromkosten berechnet?

Einige Heizanlagen haben einen separaten Zähler, der den Betriebsstromverbrauch genau anzeigt. Viele Anlagen verfügen aber nicht über einen eigenen Stromzähler, sodass die Betriebsstromkosten geschätzt werden müssen. Eine Schätzung basiert meist auf der Leistungsaufnahme der Pumpen. Diese wird multipliziert mit der Anzahl der Betriebsstunden im Jahr. Das Ergebnis wird wiederum mit dem Strompreis multipliziert.

Die Schätzung der Kosten ist zwar rechtlich erlaubt, sie fällt aber zwangsläufig ungenau aus und ist daher fehlerbehaftet. So fließen Stromkosten für die Außen- und Kellerbeleuchtung oder den Rasenmäher des Hausmeisters in die Kosten für den Betriebsstrom der Heizung ein. Dadurch entsteht eine erhebliche Intransparenz: Welche Kosten wo entstehen, ist nicht nachvollziehbar.

Wenn die Betriebsstromkosten in der Heizkostenabrechnung mit einem glatten Betrag abgerechnet werden, ist das ein Zeichen dafür, dass die Kosten geschätzt sind.

Dietmar Wall vom Deutschen Mieterbund

Frage an Dietmar Wall, Rechtsexperte des Deutschen Mieterbundes (DMB): Ist es sinnvoll als Mieter zu verlangen, dass ein separater Stromzähler für den Betriebsstrom angebracht wird?

„Nein, die Kosten für Kauf und Einbau wären im Verhältnis zu teuer. Oft ist es sinnvoller, die alte Heizungspumpe durch eine neue Pumpe zu ersetzen und so die Heizanlage zu optimieren. Die Kosten für eine effiziente Hochleistungspumpe werden zudem vom Gesetzgeber gefördert – zusammen mit den Energieeinsparungen haben sich die Investitionskosten rasch amortisiert.“

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6. Wie werden die Betriebsstromkosten abgerechnet?

Geschäftsmann rechnet und zeigt auf Kalkulation.(c) Unsplash

Der Betriebsstrom darf nicht mit den Kosten für den Allgemeinstrom – häufig auch „Hausstrom“ genannt – auf die Mieter umgelegt werden, da Beleuchtungskosten nach Fläche und Heizkosten nach Verbrauch ermittelt werden. Daher wird der Betriebsstrom mit den Heizkosten abgerechnet. Wenn es für den Betriebsstrom keinen separaten Zähler gibt, erfasst der Stromzähler für den Allgemeinstrom auch den Betriebsstrom. Dieser Posten muss also von der Allgemeinstromrechnung abgezogen werden, da er ja bereits über die Heizkostenabrechnung verbucht wird.

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7. Warum sind die Kosten für den Betriebsstrom der Heizung oft erhöht?

Hohe Betriebsstromkosten haben vor allem zwei Gründe:

  • die ungenaue Schätzung der Kosten
  • eine veraltete oder überdimensionierte Heizungspumpe

Moderne Umwälz- und Zirkulationspumpen verbrauchen im Vergleich zu alten Pumpen nur 20 bis 25 Prozent des Betriebsstroms. Wenn alle ineffizienten Pumpen durch Hocheffizienzpumpen ersetzt würden, könnten in Deutschland jährlich 450 Millionen Kilowattstunden Betriebsstrom gespart werden – das entspricht dem Jahresverbrauch einer Stadt wie Augsburg.

Dietmar Wall vom Deutschen Mieterbund

Expertenrat von Dietmar Wall, Rechtsexperte des Deutschen Mieterbundes (DMB)

„Oft sind die Heizungspumpen überdimensioniert oder veraltet – das lässt die Betriebsstromkosten in die Höhe schnellen. Hier muss der Vermieter darauf aufmerksam gemacht werden, dass ein Pumpentausch zu den Modernisierungsmaßnahmen gehört, die sich am schnellsten amortisieren.“

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8. Wo finde ich die Betriebsstromkosten auf meiner Abrechnung?

Die Betriebsstromkosten werden in der Regel auf der Heizkostenabrechnung unter den „Heiznebenkosten“ aufgelistet. Viele Stromabrechnungen enthalten dann einen Hinweis wie „Allgemeinstrom abzüglich Betriebsstrom für Heizung“, aber nicht alle Abrechnungen geben darüber Auskunft. In einigen Fällen enthält das Abrechnungsschreiben sogar überhaupt keine Informationen über die Betriebskosten. Dies ist zwar zulässig, behindert aber eine transparente Überprüfung der Abrechnung.

Unsere interaktive Musterabrechnung hilft Ihnen, die Betriebsstromkosten auf Ihrer Heizkostenabrechnung zu finden.

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9. Wie kann ich meine Betriebsstromkosten prüfen, wenn sie nicht auf der Heizkostenabrechnung stehen?

Junges Päärchen schaut in der Küche auf Dokumente.(c) 2014 David Pereiras

Auch wenn die Nebenkostenabrechnung keine Hinweise über den Betriebsstrom enthält, sind Hausverwaltungen und Vermieter verpflichtet, genau über die einzelnen Abrechnungsposten zu informieren. Als Mieter können Sie sich direkt an Ihre Hausverwaltung oder Ihren Vermieter wenden und nachfragen. Dabei können Sie sich auch erklären lassen, wie die Betriebsstromkosten zustande kommen: Wird der Verbrauch durch einen separaten Zähler gemessen oder wird er geschätzt? Wie kommt die Schätzung zustande? Grundsätzlich hat jeder Mieter das Recht, alle Unterlagen zu seiner Heizkostenabrechnung beim Vermieter einzusehen.

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10. Wie kann ich mich gegen zu hohe Betriebsstromkosten wehren?

Ihre Betriebsstromkosten sind zu hoch? Dann sollten Sie Ihren Vermieter darüber informieren und ihn auf das Sparpotenzial aufmerksam machen.

Das Wirtschaftlichkeitsgebot im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) untersagt es Vermietern und Hausverwaltungen, unnötig hohe Kosten an Mieter weiterzugeben. Das gilt auch für den Betriebsstrom. Falls Ihr Vermieter untätig bleibt, sollten Sie sich Hilfe bei einem Mieterverein wie dem Deutschen Mieterbund holen.

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11. Wie können Betriebsstromkosten gesenkt werden?

In vielen Kellern arbeiten immernoch veraltete Umwälzpumpen, die unnötig Energie vergeuden.

Die Betriebsstromkosten einer Heizung können durch den Tausch der Heizungspumpe meist deutlich gesenkt werden. Moderne Heizungspumpen verbrauchen bis zu 40 Prozent weniger Energie als alte Pumpen. Deshalb zählt der Pumpentausch zu den effektivsten Modernisierungsmaßnahmen. Zudem wird der Tausch durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit einem Zuschuss von 30 Prozent gefördert. So amortisiert sich die neue Pumpe oft schon innerhalb von zwei Jahren. Mithilfe des PumpenChecks kann Ihre Hausverwaltung problemlos prüfen, ob sich der Tausch der Heizpumpe lohnt.

Eine weitere Möglichkeit, um die Betriebsstromkosten zu senken, ist das Optimieren der Heizanlage durch einen hydraulischen Abgleich. Auch diese Maßnahme wird vom BAFA gefördert.

Weiterführende Informationen zu den Betriebskosten erhalten Sie in dem Ratgeber „Mietnebenkosten" der Verbraucherzentrale. 

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