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Heizkostenverteiler: Wie lese ich die Heizung richtig ab und warum?

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Mieter können ihre Heizung selbst ablesen, um die jährliche Heizkostenabrechnung zu prüfen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Verbrauchswerte genau ermitteln und sich dabei keine Ablesefehler einschleichen. Außerdem erfahren Sie alles, was Sie sonst noch rund ums Heizung ablesen beachten sollten. Zuvor können Sie mit unserem Heizkostenrechner kostenlos prüfen, ob Sie zu viel fürs Heizen zahlen. Dafür benötigen Sie Ihre Heizkostenabrechnung.

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Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • elektronische Heizkostenverteiler zeigen jederzeit aktuelle Messwerte an
  • Heizkostenverteiler nach dem Verdunstungsprinzip sind besonders ungenau
  • Kosten für Messdienstleister lassen sich durch eigenständiges Heizung ablesen nicht sparen

Heizung selbst ablesen: das sind die Vorteile

Es ist herrlich bequem: Der Messdienstleister liest einmal im Jahr die Heizungen ab und später liegt die Heizkostenabrechnung im Briefkasten. Dennoch gibt es gute Gründe, die Heizung selbst abzulesen:

Vorteil 1 – Ablesefehler vermeiden:

Liest der Messdienstleister die Heizkostenverteiler noch per Hand ab, kann er sich versehentlich falsche Zahlen notieren. Wer die Heizung selbst abliest und die Werte vergleicht, vermeidet diese Fehler.

Vorteil 2 – Heizkostenabrechnung prüfen:

Die jährliche Heizkostenabrechnung schlüsselt auch die abgelesenen Messwerte auf. Selbstableser wissen genau, ob alles stimmt oder sich bei der Abrechnung Fehler eingeschlichen haben.

Vorteil 3 – den aktuellen Verbrauch kontrollieren und Energie sparen:

Einige elektronische Heizkostenverteiler zeigen den aktuellen Verbrauch der Nutzenergie direkt in Kilowattstunden (kWh) an. Ist der Verbrauch deutlich höher im Vergleich zum als im Vorjahr zu hoch, können Sie rechtzeitig mit unseren Tipps Energie sparen.

Leider kein Vorteil – Kosten für Messdienstleister lassen sich nicht sparen:

Vermieter beauftragen für das Ablesen der Heizungen in der Regel Messdienstleister . Die Kosten reichen sie in der jährlichen Heizkostenabrechnung vollständig an die Mieter weiter. Diese Kosten für den Messdienstleister können Sie auch dann nicht sparen, wenn Sie die Heizungen selbst ablesen. Welche Heizkosten wie anteilig verteilt werden müssen, regelt die Heizkostenverordnung.

Raumwärme 70 Prozent; Warmwasser 14 Prozent; Strom 16 Prozent. Stand Oktober 2018

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So funktionieren Heizkostenverteiler, Wärmezähler und Warmwasserzähler

Heizkostenverteiler sind Geräte, die helfen, Heizkosten abhängig vom Verbrauch zu berechnen. Sie werden jeweils am Heizkörper montiert. Heizkostenverteiler messen den Verbrauch an Heizenergie nur indirekt – der Verbrauch wird aus den vom Heizkostenverteiler ermittelten Werten errechnet. Wärmezähler und Warmwasserzähler sind in den Wasserkreislauf integriert und messen den Verbrauch direkt. Je nach eingesetzter Technik sind die ermittelten Verbrauchswerte genauer.

 

 

 

So funktioniert ein Heizkostenverteiler nach dem Verdunstungsprinzip

Bei Heizkostenverteilern nach dem Verdunstungsprinzip ist im Innern eine nach oben offene Glasampulle verbaut. Sie enthält die chemische Messflüssigkeit. Direkt daneben befindet sich eine Skala mit Stricheinheiten – auch Messstriche genannt. Die rückwärtige Gehäusewand leitet Wärme. Je nach Temperatur des Heizkörpers verdunstet die Messflüssigkeit schneller oder langsamer. Durch die Skala mit den Stricheinheiten lässt sich die verdunstete Menge ablesen.

Kommt der Messdienstleister zum Ablesen vorbei, verschließt er die alte Ampulle und klemmt eine neue daneben. Um Verwechslungen zu vermeiden, ist die Messflüssigkeit in jedem Jahr anders gefärbt. Je nach Typ und Größe der Heizkörper werden die abgelesenen Stricheinheiten mit Verrechnungsschlüsseln multipliziert, um den Verbrauch zu ermitteln.

Auch in der heizfreien Zeit verdunstet Messflüssigkeit – das wird als Kaltverdunstung bezeichnet. Dies geschieht besonders bei hohen Raumtemperaturen im Sommer oder bei direkter Sonneneinstrahlung. Um dies auszugleichen, sind die Ampullen über den ersten Messpunkt mit Flüssigkeit befüllt. Dennoch sind Heizkostenverteiler nach dem Verdunstungsprinzip ungenau. Obwohl die Technik veraltet ist, ist sie immer noch anzutreffen. Allerdings geht der Trend zu elektronischen Heizkostenverteilern.

So funktionieren elektronische Heizkostenverteiler

Elektronischer Heizkostenverteiler errechnen den Verbrauch der Heizenergie.(c) www.ccdi.de | Fotolia.com

Die meisten elektronischen Heizkostenverteiler haben zwei Sensoren – mit einem messen sie die Raumtemperatur, mit dem anderen die Temperatur des Heizkörpers. Aus diesen Werten errechnet der Heizkostenverteiler automatisch den Verbrauch der Heizenergie. Es gibt auch elektronische Heizkostenverteiler, die nur einen Sensor für die Temperatur des Heizkörpers besitzen. Bei ihnen ist eine bestimmte Raumtemperatur als Konstante vorgegeben.

Elektronische Heizkostenverteiler sind genauer als Heizkostenverteiler nach dem Verdunstungsprinzip. Sie können gemessene Werte in monatlichen Zeiträumen erfassen, speichern und anzeigen. Dadurch lässt sich der Verbrauch bei einem Mieterwechsel leichter korrekt zuordnen.

Die Bedienung und die angezeigten Daten unterscheiden sich je nach Hersteller.

  • Einige elektronische Heizkostenverteiler zeigen den Verbrauch der Nutzenergie direkt in Kilowattstunden (kWh) an.
  • Andere elektronische Heizkostenverteiler zeigen nur den Messwert an, aus dem sich später der Verbrauch errechnet. Bei manchen dieser Geräte lässt sich der dabei zu Grunde liegende Umrechnungsfaktor ablesen, der je nach Heizkörpertyp anders ist. Wer hier den Verbrauch selbst ermitteln möchte, muss den Taschenrechner zücken. Bedienungsanleitungen der Heizkostenverteiler gibt es oft auf den Internetseiten der jeweiligen Hersteller.

Durch das Ablesen der verbrauchten Nutzenergie an den Heizkörpern können Sie als Mieter nur bedingt abschätzen, wie hoch Ihre nächste Heizkostenabrechnung sein wird. Denn: Bei dieser Schätzung wird nicht berücksichtigt, ob sich die Preise des Energieträgers geändert haben oder im ganzen Gebäude mehr Energie als im Vorjahr verbraucht wird.

Elektronische Heizkostenverteiler lassen sich so programmieren, dass sie an einem Stichtag die Heizung selbstständig ablesen. Moderne Geräte können die Werte mittels Funk zu den Ablesegeräten des Messdienstleisters oder einer im Haus befindlichen Datensammelstelle übertragen. Der Vorteil: Der Messdienstleister muss die einzelnen Wohnungen nicht mehr betreten und Mieter müssen folglich nicht mehr zum Ablesetermin zu Hause sein. 2014 lag der Anteil der Fernablesungen bereits bei fast 40 Prozent .

Allerdings sind elektronische Heizkostenverteiler mit Funktechnik teurer. Stellt der Vermieter auf die neue Technik um, gibt er die höheren Kosten im Rahmen der Heizkostenabrechnung an die Mieter weiter; das ist in der Heizkostenverordnung geregelt.

So funktionieren Wärmezähler

Installierte Wärmemengenzähler messen den Verbrauch von Warmwasser und die Produktion von Warmwasser.(c) www.co2online.de | Alois Müller

Wärmezähler, auch Wärmemengenzähler genannt, sind direkt in den Heizwasserkreislauf eingebunden. Sie erfassen die vollständige Wärmeabgabe an eine Wohnung. Dazu messen sie

  • wie viel Heizungswasser durch das entsprechende Rohr fließt und
  • wie groß der Temperaturunterschied des Wassers zwischen Vor- und Rücklauf ist.

Wärmezähler messen also im Gegensatz zu Heizkostenverteilern den Verbrauch direkt. Dadurch sind sie noch genauer als elektronische Heizkostenverteiler. Voraussetzung für den Einbau von Wärmemengenzählern ist, dass jede Wohnung einen eigenen Leitungsstrang für das Heizungswasser hat, der von der Steigleitung abzweigt. Bei Neubauten wird das Leitungsnetz entsprechend geplant. Bei Altbauten sind diese eigenen Leitungsstränge für die einzelnen Wohnungen mitunter nicht vorhanden oder nicht zugänglich. In solchen Fällen ist es günstiger, pro Wohnung mehrere elektronische Heizkostenverteiler einzusetzen, als Wärmezähler zu installieren. Darum sind sie in Mehrfamilienhäusern weniger verbreitet.

Wärmezähler müssen alle fünf Jahre geeicht werden.

So funktionieren Warmwasserzähler

Warmwasserzähler und Kaltwasserzähler in der Küche messen direkt, wie viel warmes Wasser durch das Rohr fließt.(c) www.co2online.de | Phil Dera

Warmwasserzähler sind in die Rohrleitung integriert und messen direkt, wie viel warmes Wasser durch das Rohr fließt. Die Temperatur des Warmwassers stellt der Betreiber an der zentralen Heizungsanlage ein. Einer korrekten Heizkostenabrechnung muss dieser Temperaturwert zu Grunde liegen.

Laut Heizkostenverordnung muss an der Zentralheizung ein Wärmemengenzähler installiert sein. Dieser ermittelt, wie viel Heizenergie zum Erzeugen des Warmwassers gebraucht wird. Die Warmwasserzähler in den Wohnungen erfassen die Menge des individuell genutzten Warmwassers. Entsprechend lassen sich dann die Warmwasserkosten verteilen.

Warmwasserzähler sind in der Regel in Küche und Bad neben dem Kaltwasserzähler montiert und müssen alle fünf Jahre geeicht werden.

So lassen sich Ablesefehler bei Heizkostenverteilern vermeiden

Heizkostenverteiler müssen richtig montiert sein, um möglichst exakte Werte zu liefern. Die korrekte Position ist horizontal mittig und vertikal im oberen Drittel des Heizkörpers. Ebenso muss der Abrechnung der richtige Heizkörpertyp zu Grunde liegen, ansonsten wird ein falscher Verbrauch errechnet.

Werden die Werte noch manuell erfasst, kann der Messdienstleister versehentlich falsche Daten notieren. Die Stricheinheiten bei Heizkostenverteiler nach dem Verdunstungsprinzip müssen exakt im rechten Winkel abgelesen werden – auch hier kann es beim Ablesen durch den Messdienstleister zu Ungenauigkeiten kommen. Wer die Heizung selbst abliest, kann diese Fehler vermeiden.

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Heizkostenverordnung: rechtlicher Rahmen für das Ermitteln der Heizkosten

Heizkosten müssen nach dem anteiligen Verbrauch von Wärme und Warmwasser erfasst und entsprechend auf die Nutzer verteilt werden. Die Heizkostenverordnung bildet dazu den rechtlichen Rahmen. Sie schreibt vor, dass Gebäudeeigentümer die Wohnräume mit geeigneten Geräten zur Verbrauchserfassung ausstatten müssen. Gemeinschaftsräume wie Treppenflure sind davon befreit. Welche Geräte der Eigentümer wählt, ist ihm laut Heizkostenverordnung freigestellt. Die Messgeräte müssen allerdings zum jeweiligen Heizsystem passen. Mieter müssen den Einbau von Erfassungsgeräten akzeptieren.

Die Heizkostenverordnung regelt auch, welche Kosten für den Verbrauch, den Bezug von Brennstoffen und die Heizungswartung auf die Mieter umgelegt werden dürfen – und nach welchen Schlüsseln diese zu verteilen sind.

Rechnet der Vermieter die Kosten für Wärme und Warmwasser entgegen der Heizkostenverordnung nicht verbrauchsabhängig ab, können Mieter den auf sie entfallenen Anteil um 15 Prozent kürzen. Bei allen Fragen dazu unterstützt sie der Deutsche Mieterbund.

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