Effizienzlabel für alte Heizanlagen wird 2017 Pflicht – welche Erfahrungen Handwerker bisher gemacht haben

co2online-Umfrage unter 300 Handwerkern / Hälfte der Altanlagen erhält Label C oder schlechter / Steigende Nachfrage erwartet für Pumpentausch und hydraulischen Abgleich

Fachhandwerker im Heizungskeller(c) Gina Sanders-Fotolia.com

Berlin, 21. Dezember 2016. Ab 2017 müssen Bezirksschornsteinfeger alte Heizanlagen mit einem Label versehen, das Verbraucher über die Effizienz ihrer Anlagen informiert. Nachdem das Heizungslabel ein Jahr lang freiwillig vergeben werden konnte, wird dies mit dem Jahreswechsel zur Pflicht für Anlagen, die älter als 15 Jahre sind. Darauf weist die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online (www.co2online.de) hin, die Handwerker zu ihren Erfahrungen mit dem Label befragt hat.

Altanlagen-Label ist Chance für Verbraucher und Handwerker

Mehr als 50 Prozent der Altanlagen werden nach Einschätzung von Handwerkern aus dem Bereich Sanitär, Heizung, Klima (SHK) ein Label C oder schlechter erhalten. „Das Altanlagen-Label ist eine Chance für Verbraucher, Klarheit über die Effizienz ihrer Heiztechnik zu bekommen und Sparmaßnahmen anzugehen“, sagt Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online. Der Großteil der Gebäudeeigentümer steht dem Label bisher jedoch gleichgültig oder sogar ablehnend gegenüber, wie die SHK-Handwerker in ihren Kundengesprächen festgestellt haben.

Verbrauchern fehlen Informationen zum Label

72 Prozent der Handwerker geben an, dass der Aufwand für das Ausstellen des Labels bislang größer ist als der wirtschaftliche Nutzen durch zusätzliche Aufträge. „Das Heizungslabel bietet Handwerkern die Möglichkeit, auf Optimierungsmaßnahmen hinzuweisen und damit Aufträge zu generieren. Dafür müssen Verbraucher aber zunächst besser über das Label informiert werden. In unserer Umfrage haben wir immer wieder die Rückmeldung erhalten, dass dabei Unterstützung nötig ist“, so Loitz.
An der Umfrage haben rund 300 SHK-Handwerker teilgenommen. Ausgewählt hat co2online die Unternehmen aus dem Online-Branchenverzeichnis „Rat und Tat“. Knapp 6.000 Handwerker, Energieberater, Schornsteinfeger und Architekten sind hier gelistet und können per E-Mail kontaktiert werden. Insgesamt verfügt co2online über rund 190.000 Kontakte, die zielgruppengenau für Umfragen angeschrieben werden können.

Download der Umfrageergebnisse:
www.co2online.de/handwerker-umfrage-2016 (PDF, 2.1 MB)


Handwerker erwarten steigende Nachfrage beim Pumpentausch

Auswertungen der Gebäudeenergiedaten von co2online haben ergeben, dass Heizkessel in Deutschland durchschnittlich erst nach 24 Jahren ausgetauscht werden. Aber die Bereitschaft, die Heiztechnik zu modernisieren, nimmt zu: So geht der Großteil der Handwerker von einer steigenden Nachfrage beim Austausch alter Heizungspumpen und beim hydraulischen Abgleich der Heizanlagen aus. Beide Maßnahmen werden seit August 2016 vom Staat besonders bezuschusst. Viele SHK-Handwerker bilden sich deshalb bereits entsprechend fort: Nach eigenen Angaben haben sich 89 Prozent der Handwerker in den vergangenen zwei Jahren intensiv zum hydraulischen Abgleich schulen lassen. 94 Prozent der Befragten bieten ihren Kunden diese Optimierungsmaßnahme bereits an.

Handwerker-App und Flyer zur Heizungsoptimierung

Unterstützung beim Kundengespräch bietet eine neue App zur Heizungsoptimierung von co2online: Die kostenlose Handwerker-App für Android und iOS zeigt, wie hoch der staatliche Zuschuss und das durchschnittliche Sparpotenzial ausfallen. Ein überarbeiteter Flyer bündelt die wichtigsten Informationen zum hydraulischen Abgleich und erklärt den Verbrauchern, worauf es dabei ankommt.

Weitere Informationen zu Handwerker-Materialien und Download der App:
www.co2online.de/handwerker


Über co2online Research

Die gemeinnützige co2online GmbH (https://www.co2online.de) setzt sich für die Senkung des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes ein. Seit 2003 helfen die Energie- und Kommunikationsexperten privaten Haushalten, ihren Strom- und Heizenergieverbrauch zu reduzieren. Mit onlinebasierten Informationskampagnen, interaktiven EnergiesparChecks und Praxistests motiviert co2online Verbraucher, mit aktivem Klimaschutz Geld zu sparen. Die Handlungsimpulse, die die Aktionen auslösen, tragen nachweislich zur CO2-Minderung bei. Unterstützt wird co2online dabei von der Europäischen Kommission, dem Bundesumweltministerium sowie einem Netzwerk mit Partnern aus Medien, Wissenschaft und Wirtschaft.
Durch die langjährige Energieberatung im Internet und das Erstellen von schriftlichen Heizgutachten verfügt co2online über eine Million Gebäudeenergiedaten. Die Daten decken etwa zehn Prozent der beheizten Fläche in Deutschland ab. Der Bereich co2online Research (https://www.co2online.de/research) analysiert diesen Datenbestand kontinuierlich und veröffentlicht repräsentative Aussagen über den gesamten zentral beheizten Wohngebäudebestand in Deutschland.