Bestandteil der Heiznebenkosten: der Betriebsstrom

Elektrische Pumpen, Brenner, Zeitschaltuhren, Wärmefühler – es befindet sich viel Elektronik im Heizungskeller, die Strom benötigt, um zu funktionieren. In Mehrfamilienhäusern zahlen die Mieter für den Betriebsstrom der Heizung durchschnittlich 40 Euro pro Jahr. Häufig könnte es weniger sein.

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Zunächst einmal die Definition: Betriebsstrom ist der Strom, der beim Betrieb der Heizungsanlage anfällt – und zwar zum Großteil für die Heizungspumpe (Bild). 40 Euro zahlt jeder deutsche Haushalt jährlich im Schnitt für Betriebsstromkosten, die Teil der Heiznebenkosten sind. Die Kosten für den Betriebsstrom der Heizung sind für die Hausverwaltung reine Durchreichkosten. Ob diese gering oder hoch sind, ist für sie nicht wichtig – zahlen muss der Mieter. Ihr Interesse, die Betriebsstromkosten zu mindern, ist höchstens indirekt. Hier hilft Mietern das Wirtschaftlichkeitsgebot. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ist es Vermietern nicht erlaubt, zu hohe Kosten an den Mieter weiterzugeben.

Warum sind die Kosten für den Betriebsstrom der Heizung oft erhöht?

Sind die Kosten für den Betriebsstrom der Heizung besonders hoch, liegt das oftmals an veralteten oder überdimensionierten Heizungspumpen. Moderne Umwälz- und Zirkulationspumpen verbrauchen im Vergleich zu alten Pumpen nur 20-25 Prozent des Betriebsstroms. Wenn alle ineffizienten Pumpen zumindest auf einen durchschnittlichen Standard gebracht würden, könnten in Deutschland jährlich 450 Millionen Kilowattstunden Betriebsstrom gespart und die Heiznebenkosten gesenkt werden – das entspricht dem Jahresverbrauch einer Stadt wie Augsburg.

Ein weiteres Problem: Die Vermieter schätzen die Kosten für den Betriebsstrom der Heizung oftmals – mangels eines eigenen Stromzählers für den Heizungskeller. Das ist zwar gesetzlich erlaubt, doch in vielen Fällen wird falsch geschätzt (mehr zum Stromverbrauch der Heizung im Interview mit Rechtsexperte Dietmar Wall). So fließen Stromkosten für die Außen- und Kellerbeleuchtung oder den Rasenmäher des Hausmeisters in die Kosten für den Betriebsstrom der Heizung mit ein. Dadurch entsteht eine erhebliche Intransparenz: Welche Kosten wo entstehen, ist so nicht nachvollziehbar.

Hohe Heiznebenkosten durch Betriebsstrom? So können Sie sich wehren

Sie möchten wissen, ob Ihre Heiznebenkosten aufgrund der Betriebstromkosten zu hoch sind? Erkundigen Sie sich, ob die Betriebsstromkosten in Ihrem Haus geschätzt werden. Das ist häufig der Fall, wenn die Betriebsstromkosten in der Heizkostenabrechnung mit einem glatten Betrag abgerechnet werden. Laut einem Gerichtsurteil des Bayerischen Obersten Landesgerichts aus dem Jahr 1997 dürfen die Kosten für den Betriebsstrom der Heizung nicht mehr als fünf Prozent der Kosten des Brennstoffeinkaufs betragen. Sollten Ihre Kosten darüber liegen, greift gegebenenfalls das Wirtschaftlichkeitsgebot für Hausverwaltungen.

Das Wirtschaftlichkeitsgebot im Bürgerlichen Gesetzbuch untersagt es Vermietern und Hausverwaltungen, unnötig hohe Kosten an Mieter weiterzugeben. Es lohnt sich also, bei den Betriebsstromkosten als Teil der Heiznebenkosten genau hinzusehen.

Der Austausch einer Heizungspumpe zählt zu den effektivsten Modernisierungsmaßnahmen: Mit modernen Geräten sind erhebliche Ersparnisse realisierbar, der Austausch amortisiert sich teilweise schon innerhalb von zwei Jahren. Zudem wird der Tausch alter Heizungspumpen gegen neue, effiziente Modelle durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gefördert. In welcher Höhe die Maßnahme zur Heizungsoptimierung gefördert wird und was Sie dafür tun müssen, können Sie in diesem Artikel nachlesen. Mithilfe des PumpenChecks kann Ihre Hausverwaltung problemlos prüfen, ob sich der Austausch der Heizpumpe lohnt.

Weiterführende Informationen zu den Betriebskosten erhalten Sie in dem Ratgeber „Mietnebenkosten" der Verbraucherzentrale.

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