Stromverbrauch der Heizung – das Experteninterview

Heizungspumpe, Brenner, Zeitschaltuhr – all das steckt in einer modernen Heizanlage und verbraucht Strom. Im Interview über den Stromverbrauch der Heizung erklärt Dietmar Wall, Rechtsexperte des Deutschen Mieterbundes (DMB), warum Mieter für den Betriebsstrom häufig tiefer in die Tasche greifen müssen als nötig – und wann sich eine Prüfung der Kosten lohnt.

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Was ist der Hauptgrund für zu hohe Kosten beim Betriebsstrom?

Oft sind die Heizungspumpen überdimensioniert oder veraltet, das lässt die Betriebsstromkosten in die Höhe schnellen. Hier muss der Vermieter darauf aufmerksam gemacht werden, dass ein Pumpentausch zu den Modernisierungsmaßnahmen gehört, die sich am schnellsten amortisieren.

Für eine genaue Einschätzung sind hier der BetriebsstromkostenCheck und auch der PumpenCheck sehr hilfreich.

Gibt es weitere Gründe für Überzahlungen bei den Betriebsstromkosten?

Der Betriebsstrom in der Heizkostenabrechnung bezieht sich laut Definition auf die Stromkosten, die beim Betrieb der Heizungsanlage anfallen. Also letztlich alles, was im Heizungskeller an Strom verbraucht wird.

Das hört sich erstmal unproblematisch an.

Ja, aber oftmals hat die Heizungsanlage keinen eigenen Stromzähler. In der Praxis ist der Betriebsstrom deshalb oft vermischt mit Strom, der für die Außenbeleuchtung oder den Rasenmäher des Hausmeisters verbraucht wird. Entsprechend wird der Betriebsstromkostenanteil geschätzt.

Der Stromverbrauch der Heizung hängt von der Heizungspumpe ab

Auf welcher Grundlage schätzen denn die deutschen Hausverwaltungen üblicherweise?

Eine Schätzung basiert meist auf der Leistungsaufnahme der Pumpen, diese wird multipliziert mit der Anzahl der Betriebsstunden im Jahr, das Ergebnis wird wiederum multipliziert mit dem Strompreis in Cent. Wenn dann der Betriebsstrom als glatter Betrag ausgewiesen wird, liegt der Verdacht nahe, dass der Wert nur geschätzt wurde. Dann lohnt sich eine Überprüfung, die Kosten können zu hoch sein.

Was sind in diesem Kontext zu hohe Kosten?

Das ist an die Kosten für den Brennstoffkauf gekoppelt. Die Betriebsstromkosten sollten laut den Richtlinien der Arbeitsgemeinschaft Heiz- und Wasserkostenverteilung e. V. nicht über acht Prozent der Kosten vom Brennstoffkauf betragen. Laut einem Gerichtsurteil des Bayerischen Obersten Landesgerichts aus dem Jahr 1997 sollen die Kosten sogar fünf Prozent nicht übersteigen.

Wieso muss eigentlich so häufig geschätzt werden – ist es nicht sinnvoll, als Mieter zu verlangen, dass ein separater Stromzähler für den Betriebsstrom angebracht wird?

Nein, die Kosten für Kauf und Einbau wären im Verhältnis zu teuer.

 

Das Interview wurde im Juli 2010 geführt.

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