Heizkosten: Wie setzen sie sich zusammen?
Heizkosten von Haushalten setzen sich aus drei Komponenten zusammen: dem Heizenergieverbrauch, dem Energiepreis und den Heiznebenkosten. Der Heizenergieverbrauch gibt die Menge des verbrauchten Energieträgers im Jahresverlauf an. Eine Steigerung von Energiepreis und Heiznebenkosten wird in der Praxis oft durch eine Reduzierung des Heizenergieverbrauchs gedämpft, was im positiven Fall auf wärmetechnische Modernisierung, häufig jedoch auf das Nutzerverhalten der Bewohner zurückzuführen ist. Zu den Heiznebenkosten zählen u. a. Wartung, Schornsteinfegergebühren, Gebühren der Heizkostenverteilung und Betriebsstromkosten der Heizanlage. Die Heiznebenkosten sollten selbst bei älteren Gebäuden nicht mehr als 20 Prozent der gesamten Heizkosten betragen.
Energieträger
Sie können Ihr Zuhause mit ganz verschiedenen Energieträgern heizen – was ganz verschiedenen Auswirkungen haben kann. Gas, Öl, Kohle, Fernwärme, Strom, Holz, Erdwärme: Jeder Energieträger ist unterschiedlich teuer, unterschiedlich effizient und hat unterschiedliche Folgen für die Umwelt und das Klima. Die meisten Deutschen verwenden heute den leitungsgebundenen Energieträger Erdgas. Es folgen Heizöl, erneuerbare Energien und Fernwärme. Das Heizen mit erneuerbaren Energien verursacht dabei die niedrigsten CO2-Emissionen, gefolgt von Fernwärme und Erdgas. In den vergangenen Jahren wird vor allem Biomasse beim Heizen immer attraktiver. So hat der Einsatz von Holzpellets oder Hackschnitzeln deutlich zugenommen. In der rechten Grafik erfahren Sie genau, welcher Energieträger wie häufig zum Einsatz kommt. Auf unserer Seite "Heizen und Klima" wird erläutert, wie klimaschädlich oder auch klimafreundlich sich die einzelnen Energieträger verhalten. Und im folgenden Absatz erfahren Sie nun, wie sich die Preise der Energieträger entwickelt haben und inwiefern Sie den Energieträger, der aktuell Ihr Zuhause wärmt, wechseln können.
Heizöl: Preisentwicklung und Heizkosten
Heizöl wird vor in vielen Wohngebäuden als Energieträger für Raumwärme eingesetzt. Der Heizölpreis folgt in seiner Grundtendenz dem Preis von Rohöl. Nach einem Rekordhoch Mitte 2008, fiel der Heizölpreis Anfang 2009 auf ein Mehrjahrestief. Seitdem ist er wieder stetig gestiegen. Vergleicht man die Heizölpreise der letzten beiden Jahre, lagen diese 2008 viel höher als 2009.
Hauseigentümer und Mieter profitieren bei der aktuellen Abrechnung der Heizkosten von diesem Verlauf, vorausgesetzt, das Heizöl wurde zu einem günstigen Zeitpunkt eingekauft. Wie co2online zum Start des Bundesweiten Heizspiegel 2010 ausrechnete, sind die Heizkosten für Öl im Vergleich zum Vorgänger-Heizspiegel 2009, um etwa 29 Prozent gesunken. Durchschnittlich 620 Euro kostete das Heizen einer 70-Quadratmeter-Wohnung mit Heizöl im vergangenen Jahr. Das sind 260 Euro weniger als im Jahr zuvor.
Trotz dieser Entwicklung müssen sich die Verbraucher in Zukunft auf ein höheres Energiepreisniveau einstellen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass in der nächsten Dekade ab 2010 der Ölpreis über das Rekordhoch des Abrechnungsjahres 2008 klettert und dort verbleibt, warnt die Verbraucherzentrale NRW. Das bestätigt auch der Deutsche Mieterbund: Die aktuelle Entlastung bei den Heizkosten ist trügerisch. Heizen wird im Jahr 2010 wieder teurer werden. Gegenüber dem Vorjahr sind die Ölpreise im ersten Quartal 2010 stark gestiegen – im Januar um 7 Prozent, im Februar um 13,8 Prozent und im März um 32,1 Prozent.
Energieträger wechseln
In unserer rechts eingefügten Grafik zu den Preissteigerungsraten der Energieträger können Sie ablesen, wie sich die Energiepreise entwickelt haben und wie sie sich voraussichtlich entwickeln werden. Entwickelt sich der Energieträger, der Ihre Wohnung heizt, vielleicht besonders ungünstig? Oder haben Sie auf unserer Seite "Heizen und Klima" erfahren, dass Ihre Art zu heizen besonders klimaschädlich ist? Dann denken Sie doch darüber nach, den Energieträger zu wechseln. Hier erfahren Sie, ob und wie dies möglich ist.
Wie können Eigentümer den Energieträger wechseln?
Empfehlenswert ist es, auf regenerative Energieträger (Biomasse, Solar- und Geothermie) umzustellen. Der Wechsel auf alternative Energieträger mindert CO2-Emissionen und wird staatlich durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert. Wie Sie auf eine umweltfreundliche Heizanlage mit regenerativen Energieträgern umsteigen können, erfahren Sie unter waermewechsel.de.
Eine Umstellung des Heizsystems von Heizöl auf Erdgas ist ebenfalls möglich, da Erdgas und Heizöl ähnliche Infrastrukturanforderungen und Preise haben. Denn in der Praxis besteht eine Öl-Gas-Preisbindung: Sinkt der Ölpreis, folgt mit viertel- bis halbjähriger Verzögerung die Angleichung des Gaspreises.
Ob sich die Kosten einer Neuanschaffung oder Umstellung im Einzelfall bezahlt machen, sagen Ihnen die Ratgeber Heizkosten im Neubau und Heizkosten im Altbau.
Können auch Mieter den Energieträger wechseln?
Der Mieter kann seine Heizung nicht ohne Weiteres auf eine andere Heizenergie umstellen. Die beste Möglichkeit für den Mieter, Modernisierungsmaßnahmen anzustoßen, ist die Bestellung eines Heizgutachtens. Darin enthalten ist eine „fachliche Stellungnahme“ samt Begleitschreiben. Damit kann der Mieter Hauseigentümer oder Hausverwaltung über das Ergebnis der Analyse informieren. Dies erleichtert einen neutralen Dialog zwischen den beiden Mietparteien.
Was Sie beim Wechsel Ihres Gaslieferanten zu beachten haben, erfahren Sie auf den Seiten der Stiftung Warentest.
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