Heizkosten pro Quadratmeter im Vergleich

Hohe Heizkosten können auf ineffizientes Heizen oder viel verschenkte Wärme im Heizungskeller hinweisen. Doch ab wann sind Heizkosten eigentlich hoch oder niedrig? Erfahren Sie hier, wo Sie im deutschlandweiten Vergleich stehen und was Heizkosten pro Quadratmeter eigentlich aussagen.

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Etwa 80 Prozent des gesamten Energieverbrauchs privater Haushalte entfallen auf Heizung und Warmwasser. Entsprechend groß ist das Sparpotenzial durch das richtige Heizverhalten und eine effizient arbeitende Heizanlage. Ein Vergleich der eigenen Heizkosten mit dem Durchschnitt ähnlicher Haushalte kann hier helfen, den eigenen Verbrauch einzuordnen. Liegen die Kosten überdurchschnittlich hoch, könnte beispielsweise eine Optimierung der Heizanlage in Form eines hydraulischen Abgleichs notwendig sein. Doch auch Faktoren wie falsches Lüften oder falsch eingestellte Heizkörperthermostate können die Heizkosten nach oben treiben. Niedrige Kosten weisen indes auf ein effizientes Heizverhalten und ein gut funktionierendes Heizsystem hin.

Übersicht: Heizkosten verstehen und vergleichen

Heizkostenvergleich leicht gemacht – mit dem Heizspiegel für Deutschland

Um den Heizkostenvergleich zu erleichtern, haben wir die Abrechnungen für Heizkosten von 40.400 Haushalten in ganz Deutschland aus der Heizperiode 2015 analysiert und daraus den Durchschnitt ermittelt. Diese Vergleichswerte werden im „Heizspiegel für Deutschland“ präsentiert und ermöglichen das Bewerten der Heizkosten. Der Vergleich basiert auf den durchschnittlichen Heizkosten pro Quadratmeter und Jahr in verschiedenen Häusergrößen – jeweils mit den Energieträgern Erdgas, Heizöl und Fernwärme. Hierbei handelt es sich um die drei gängigsten Heizenergieträger. Für einen noch umfassenderen Vergleich haben wir unten auch Modellrechnungen für Wohnhäuser ergänzt, die mit Pellets oder Scheitholz beheizt werden. Wir erklären Ihnen außerdem, welche Faktoren sich außer dem eigenen Verbrauch auf die Höhe der Heizkostenabrechnung auswirken.

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Heizkosten pro m² – Verbrauch ist nicht gleich Verbrauch

Um die eigenen Heizkosten einordnen zu können, ist es wichtig zu wissen, wie sich diese Kosten zusammensetzen. Etwa 75 Prozent der Kosten in der Abrechnung gehen durchschnittlich auf tatsächlich verbrauchte Heizenergie zurück. Die restlichen 25 Prozent bestehen aus den Heiznebenkosten. Diese enthalten hauptsächlich die Kosten für den Schornsteinfeger, die Betriebsstromkosten sowie die Wartungskosten der Heizanlage und die Kosten des Messdienstleisters. Diese Kosten werden pro Quadratmeter Wohnfläche auf alle Mieter aufgeteilt. Daher geben überdurchschnittlich hohe Heizkosten nicht nur Aufschluss darüber, ob beim eigenen Heizverhalten Luft nach oben ist, sondern auch, ob die Heizanlage effizient arbeitet – oder unnötig Geld verheizt. In diesem Fall könnte beispielsweise eine Heizungssanierung oder ein hydraulischer Abgleich nötig sein.

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Wie hoch sind die Heizkosten im Durchschnitt?

Aus den von 40.400 Haushalten für den Heizspiegel für Deutschland erhobenen Daten, haben wir die Durchschnittswerte für einen 70 Quadratmeter-Haushalt berechnet. Die Grundlage für diesen Vergleichshaushalt sind die jährlichen Heizenergiekosten pro Quadratmeter Gebäudefläche eines durchschnittlich großen Mehrfamilienhauses mit insgesamt 501 bis 1.000 m² Gebäudefläche. Neben den Kosten für den jeweiligen Energieträger werden auch die Heiznebenkosten in der Rechnung berücksichtigt. Für diesen auch „Heizkostenspiegel“ genannten Vergleich haben wir ausschließlich Haushalte ausgewertet, die mit Heizöl, Fernwärme oder Erdgas heizen. Die Ergebnisse für Heizsysteme auf Basis von Holzpellets und Scheitholz sind als Modellrechnung unter gleichen Bedingungen zu verstehen.

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Heizkostenvergleich mit Gas

Fast 50 Prozent der Deutschen heizen mit Erdgas. Der durchschnittliche Preis für Erdgas betrug im Jahr 2015 laut Heizspiegel 6,64 Cent pro Kilowattstunde. Der mittlere Verbrauch eines Mehrfamilienhauses lag bei etwa 150 Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr. Zuzüglich der Heiznebenkosten ergibt dies für unseren 70 Quadratmeter-Vergleichshaushalt durchschnittliche Heizkosten in Höhe von 835 Euro pro Jahr

Heizkosten im Durchschnitt mit Heizöl

Heizöl ist derzeit der zweithäufigst genutzte Heizenergieträger in Deutschland: Über 25 Prozent aller Haushalte heizen mit Öl. Da die Preise für Heizöl in den vergangenen Jahren stark gefallen sind, ist das Heizen mit Öl vergleichsweise günstig. In 2015 lag der Preis von Heizöl im Jahresmittel bei 5,81 Cent pro Kilowattstunde. 2013 waren es noch etwa 8 Cent. Der jährliche Durchschnittsverbrauch pro Quadratmeter im oben definierten Mehrfamilienhaus lag 2015 bei etwa 160 Kilowattstunden. Inklusive der warmen Nebenkosten entstanden für den 70 Quadratmeter großen Vergleichshaushalt im Jahr 2015 durchschnittliche Heizkosten von 755 Euro.

Obwohl Heizöl derzeit ein vergleichsweise günstiger Heizrohstoff ist, sollte auch die Klimabilanz in die Rechnung mit einfließen. Der Heizbetrieb mit Öl verursacht für unseren Vergleichshaushalt durchschnittlich 3,5 Tonnen CO2 im Jahr. Zum Vergleich: Heizen mit Erdgas erzeugt unter gleichen Bedingungen etwa 2,6 Tonnen CO2 jährlich, Fernwärme 2,7 Tonnen. Wer dennoch mit Öl heizt, sollte zumindest den Umbau einer alten Ölheizung auf Brennwerttechnik in Betracht ziehen.

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Durchschnittliche Heizkosten bei Fernwärme

Den dritten Platz bei den meistgenutzten Heizenergieträgern belegt Fernwärme. Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) nutzen immerhin 5,5 Millionen Haushalte diese Art der Wärmegewinnung – das entspricht gut 15 Prozent aller deutschen Haushalte. Im Jahr 2015 war dies von allen Energieträgern die teuerste Variante: Eine Kilowattstunde Energie kostete durchschnittlich 9,50 Cent. Im mittelgroßen Mehrfamilienhaus mit maximal 1.000 Quadratmetern wurden in der vergangenen Heizperiode pro Quadratmeter durchschnittlich 131 Kilowattstunden verbraucht. Inklusive Heizbetriebskosten ergibt dies Heizkosten von etwa 965 Euro für eine Wohnung mit 70 Quadratmetern.

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Heizkostenvergleich für Pellet- und Scheitholz-Heizung

(c) tchara / Fotolia.com

Laut dem BDEW heizen bis dato nur rund drei Prozent der Deutschen mit Holzpellets oder Scheitholz. Pellets zählten 2015 mit 5,85 Cent je Kilowattstunde zu den günstigsten Heizenergieträgern. Für unseren Vergleichshaushalt ergaben sich daraus durchschnittliche Heizkosten von 755 Euro. Noch günstiger ist das Heizen mit Scheitholz: Bei einem umgerechneten Energiepreis von 5,05 Cent pro Kilowattstunde belaufen sich die durchschnittliche Heizkosten eines 70 m²-Haushalts in einem mittelgroßen Mehrfamilienhaushalts auf 535 Euro.

Im Vergleich zu Öl oder Erdgas emittieren Heizsysteme auf Holzbasis sehr viel weniger CO2. Denn Holz gilt als CO2-neutraler Brennstoff, der bei der Verbrennung nur die Menge an CO2 freisetzt, die der Baum im Laufe seines Lebens gebunden hat. Wäre dieser natürlich verrottet, hätte er also dieselbe Menge des Treibhausgases emittiert wie bei der Nutzung als Heizenergie. Die Preise für Holz und Pellets sind außerdem vergleichsweise stabil.

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Weitere Einflüsse auf Heizkosten: Gebäudetyp und Wohnungslage entscheidend

Je nach Gebäudestandort, Art, Baujahr und Sanierungsstatus unterscheiden sich auch die Heizkosten mitunter stark. Die für den Heizspiegel für Deutschland ermittelten Daten stellen einen bundesweiten Durchschnitt dar und weichen mitunter vom regionalen Durchschnitt ab, zum Beispiel wegen unterschiedlicher Außentemperaturen. Eine genauere Bewertung ermöglichen kommunale Heizspiegel. Die Erstellung können regionale Akteure (Städte, Gemeinden, Landkreise etc.) bei co2online beauftragen.

Generell gilt, dass neue Gebäude oder energetisch sanierte Gebäude weniger Energie verbrauchen als alte Häuser. Im Mehrfamilienhaus hat zudem die Lage der Wohnung einen großen Einfluss auf den Heizenergieverbrauch. Eine Wohnung in Innenlage verliert weniger Wärme an Außenwände und profitiert von der Abwärme angrenzender Wohnungen. Eine Lage im Dachgeschoss oder Erdgeschoss kann bei gleichem Heizverhalten mitunter fünfzig Prozent mehr Heizenergieverbrauch bedeuten. Aus ähnlichen Gründen verbrauchen kleine Häuser im Schnitt mehr Energie als größere: Da es hier im Verhältnis zum Volumen mehr Außenflächen gibt, ist der Wärmeverlust meist größer.

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Wie können Eigentümer den Energieträger wechseln?

Empfehlenswert ist es, auf regenerative Energieträger (Biomasse, Solar- und Geothermie) umzustellen. Der Wechsel auf alternative Energieträger mindert CO2-Emissionen und wird staatlich durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert. Wie Sie auf eine umweltfreundliche Heizanlage mit regenerativen Energieträgern umsteigen können, erfahren Sie in der co2online-Themenwelt Modernisieren und Bauen. Als Eigentümer können Sie sich über eine mögliche Energieeinsparung durch Dämmung informieren oder mit dem Sanierungs-Check prüfen, ob sich der Austausch der Heizanlage, zum Beispiel durch den Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen lohnt.

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